Mongolei 2006 - Tag 28
Erlebt am 3. August 2006 – In Ulaanbaatar
Eingeleitetes Abschiednehmen
Ich habe schlecht, also wenig geschlafen in einer langen, sehr ruhigen Nacht. Ich durchlebe immer wieder Szenen der Reise.
Spätes Frühstück, und um halb eins ein Abschiedsessen mit den Eltern von Ono. Das Essen ist köstlich, wenn uns Grundvegetariern auch das eher faserige Fleisch schwerer im Magen liegt als zu Beginn der Reise. Meine Verdauungsschwierigkeiten sind allerdings vorbei.
Onos Mutter ist ganz offensichtlich eine gebildete Frau, während Baktar eher ein stilles und einfaches Wesen hat.
Danach sind wir zu sechst in der Wohnung, und die Räume, die uns ursprünglich sehr grosszügig vorkamen, sind nun plötzlich wieder eng geworden. Der Tag nimmt seinen ruhigen Gang, während wir unsere Sachen zu packen beginnen. Obwohl wir keine Zeitnot haben, graut uns schon ein wenig vor morgen und dem Umgang mit dem vielen Gepäck zum Flughafen, an dem wir schon um fünf Uhr in der Früh eintreffen müssen…
Dann ist plötzlich eine Irritation in der Gruppe, die wir mangels Übersetzung nicht genau verstehen. Aber es scheint so, dass Baktar beim Abrechnen mit seinem Honorar nicht zufrieden ist. Diskussionen mit Ono sind die Folge. Wir wiederholen nochmals alle Punkte, Benzin etc., handelsübliche Honorare für Fahrer samt Fahrzeug, wie auch mit Ono zuvor abgestimmt…
Dass hier selbst in unserer familiären Gruppe ganz am Schluss nochmals Diskussionen aufkommen, ist nur ein guter Grund mehr für den eindringlichen Rat, Vergütungen für alle Leistungen unter einander im voraus in aller Klarheit festzulegen.
Die Rückbestätigung unseres Fluges mit Air Berlin von Berlin nach Zürich ist eine ärgerliche Geduldsprobe. Ich kann einfach keine Verbindung mit dem Flugbüro der Air Berlin herstellen. Schliesslich gelingt es über die Vorwahl 003 statt 00 (Beginn der Landesvorwahl).
Um sechs Uhr besuchen wir eine Vorstellung im Theater „Tumen Ekh“, in dem mongolische Tänze und Volkslieder aufgeführt werden. Die Vorführungen haben eine durchdachte Choreographie und die Variabilität der einzelnen Szenen ergibt eine sehr abwechslungsreiches Gesamtprogramm. Leider ist auch eine Nummer mit so genannten „Schlangenmädchen“ dabei… Beeindruckend sind für uns vor allem die Ober- und Langton-Gesänge. Überhaupt fasziniert die tragende Weite aller Melodien, und so ist es uns, als befänden wir uns nochmals auf den weiten Hochebenen und nicht in einem engen kleinen aber schmucken Theater.
Natürlich durften auch der Schamanentanz und die Tsam-Masken nicht fehlen – und ein besonderes Schmankerl war die Interpretation von Mozarts „Rondo“ mit Pferdekopfgeigen.
Der Flug soll auf sieben Uhr vorverlegt worden sein. Wie geschrieben, bedeutet das, um fünf am Flughafen zu sein… Auf dem Ticket steht zwar als Abflugzeit 9h05. Nur gut, haben wir den Flug rückbestätigen lassen – ansonsten wären wir ahnungslos zur Abflugzeit erst am Flughafen eingetroffen…
