Reflexionen

In Wort und Bild gesehen, gedacht und gefühlt
Zum Betrachten, Nachdenken, Mitdenken, Vordenken
Mit Lebenslust ein Leben lang, mindestens


Australien 2007 - Tag 2

∞  1 Februar 2008, 20:14

Erlebt am 25. Oktober 2007 – Wilsons Promontory National Park

Durch Märchen wandern




Die erste Nacht im Zelt ist immer wieder eine Offenbarung. Eine dünne Membran gibt sehr viel mehr Schutz, als man denken würde – und nimmt einem doch nicht das Gefühl, mehr oder weniger direkt in der Natur zu liegen. Um fünf ist es bereits taghell. So kommt es mir wenigstens vor. Wir liegen aber noch ganz gemütlich bis gegen halb acht und geniessen die warmen Schlafsäcke samt Decke.
Wann hatte ich eigentlich zum letzten Mal Nutella zum Frühstück? Liegt es daran, dass ich das im voraus verschriene Brot, das wie ein nasser Karton gebogen werden kann, gar nicht so schlecht finde? Also, wir haben ja am Vortag auf der Hinfahrt noch eingekauft, und wir ahnten schon warum. Waren die Preise für Lebensmittel im Laden schon hoch, so sind sie hier auf dem Zeltplatz abenteuerlich. Vier Fruchtjoghurts für 6.50 AUS-$...

Dann machen wir uns auf zum Tidal River



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und beginnen anschliessend den gemässigten Aufstieg zum Mt. Bishop. Bis auf unseren ersten Fairy-Wren am Fluss, diesen wundervoll blau leuchtenden kleinen Vogel mit der hoch aufragenden Schwanzfeder, sehen wir keine Tiere – aber wir durchqueren wohl die traumhafteste Landschaft, durch die ich je gewandert bin! Diese Bäume! Sie bilden ganz eigene Landschaften, stehen zusammen wie in einem Wald und nehmen sich doch gegenseitig kaum Platz und vor allem Licht weg. Dennoch wirken sie undurchdringlich…

Ein Heer von Eukalyptusbäumen – wie viele Arten gibt es eigentlich? 700? – mit den unterschiedlichsten Stämmen. Rinde, die sich abschält oder abblättert wie brüchiges Schilfgras, Bäume die bluten…


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Exotische Pflanzen auf Schritt und Tritt, und dann wieder verwunschen verträumte Pfade. Es fehlen nur die Bedrohungen durch allzu fremdes kleines Ungeziefer in brutal hoher Luftfeuchtigkeit. Nichts davon gibt es da. Hier darf auf erstklassig gepflegten Wegen einfach die Fauna genossen werden!



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Das Wetter hält uns zwar die Sonne vor, aber den Regen zurück – bis auf ein paar kurze Nieselschwaden, nachdem wir den Mt. Bishop wieder verlassen haben. Es dampft und Nebelfetzen stauen sich unter den Baumwipfeln, als befänden wir uns in einer nicht durchlüfteten Waschküche.
Auf dem sog. Lilly Pilly Gully – Pfad zurück zum Caravan Park fühlen wir uns endgültig wie im Dschungel. Tiere sehen wir allerdings keine, aber ein aufgeregtes Stimmengewirr begleitet uns meistens.
Und dann hat uns die unvergleichliche Landschaft rund um die Camping Area am Tidal River wieder in ihrem Bann…



Im Camp ist dann Instant-Kaffee angesagt, mit Gebäck – und dazu gesellt sich ein Rosella, der sich noch so gerne füttern lässt, während eine Möwe nur schwer einsehen kann, dass sie weniger Aufmerksamkeit bekommt… Eigentlich hat sie Recht!


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Man trifft sich beim Essen – oder eben beim Füttern. So kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch, und ich habe einmal mehr den Eindruck, dass die meisten pensionierten Australier vor allem eines tun: Reisen.
Es ist kühl, fast kalt geworden. Wir haben das seitliche Schutzdach am Auto montiert. Erstens wollten wir wissen, wie kompliziert das ist – und wie stabil, und dann kann es nicht schaden, im Fall von Regen etwas mehr trockene Bewegungsfreiheit zu haben… Ach ja, Wasser für den Bordtank habe ich vergessen einzufüllen, und jetzt steht das Schutzdach… Aber man kann hier sein Geschirr bequem auch an Gemeinschafts-Spültischen waschen.
Auch das Campen will gelernt sein…