Zürich - Singapore
ERLEBT AM 18./19. März 2009
Am Vorabend hat Thinky unsere zwei Taschen eingecheckt, jetzt sitzen wir mit unseren Rucksäcken im Zug zum Flughafen.
Die Sicherheitskontrolle passieren wir ohne Gepiepse, das Boarding nach Sitzreihen wird vom Bodenpersonal überwacht, klappt deshalb einwandfrei, und wir starten pünktlich um 11:05. In ca. zwölf Stunden werden wir in Singapur landen.
Als Vegetarier oder Empfänger anderer kulinarischer Extrawürste wird man zuerst bedient. Ich weiss nicht, ob das gerecht ist, gefallen will es mir aber, und das Essen ist ausgezeichnet, wie immer bei Singapore-Airlines.
Jeder Passagier hat zur Unterhaltung seinen eigenen Bildschirm, auf dem er individuell Filme anschauen, Infos abfragen, Spiele machen kann. Ich nehme keinen Kopfhörer, mich interessieren nur die Infos, zB. das Wetter in Siem Reap. Fehlanzeige: Keine Meteodaten für Kambodscha oder Vietnam erhältlich, die scheinen kein Wetter zu machen, sondern es so zu nehmen wie es ist.
Thinky schläft ein wenig, ich bin wach und kann auf gut zehn Bildschirmen viel Geflimmer sehen: da hüpft, tanzt, springt, lacht und weint es, geküsst, gekämpft und geschlagen wir auch, in Action- und Trickfilmform, Dramen und Komödien, Western und Krimis. Ich schaue da und dort ein paar Minuten mit, versuche einfach ganz entspannt zu sein, schlafen geht nicht, meditieren vielleicht, etwas dösen schon.
05:40 Ortszeit Singapur: die Maschine setzt zur Landung an, es ist stockdunkel und regnerisch. Auf dem Monitor sehe ich, dass der Tag erst über Japan dämmert.
MIT PINGUINEN NACH SINGAPUREr hat nur einen Nachteil: Nach zwei Stunden oder so ist Schluss. Und jetzt? In meiner Not wechsle ich ins Kinderprogramm. Ich hoffe auf einen Tom & Jerry – Cartoon. Die sind international verständlich, ohne Ton. Aber nix da. Stattdessen wird ein Zeichentrickfilm mit dem Namen “Happy Feet” geboten. Pinguine sind ja drollige Wesen, und ganz offensichtlich ist der Star des Films ein kleiner Pinguin, und damit noch drolliger. Schnell mal bin ich fasziniert davon, wie fliessend die Bewegungen der Tiere in diesem Film wirken. Der Kleine hat es schwer. Im Gegensatz zu allen anderen Pinguinen kann er nicht singen (!), sondern nur tanzen, was natürlich völlig unakzeptabel ist. Wie er dennoch seine Angebetete findet und so ganz nebenbei die Welt und damit die ganze Pinguin-Kolonie rettet, müssen Sie sich selber ansehen. Ja richtig. Ich habe “müssen” geschrieben. Ich habe auf jeden Fall nach fünf Minuten den Ton eingeschaltet und die Kopfhörer aufgesetzt, und bis zum Ende des Films daran nichts geändert. Ich mag eben echte Helden und wahre Geschichten. Märchen à la Bond sind irgendwie kindisch dagegen.
Und danach? Habe ich sogar etwas geschlafen. Geweckt hat mich dann ein schwerer Pinguin, der sich auf der Suche nach dem Meer watschelnd und wabbelnd durch den Mittelgang gezwängt und mir dabei den Bauch ins Gesicht gedrückt hat…
