Tennis für alle - und der Club auch?
Es gibt wenige Sportvereine, die ein so breites Altersspektrum haben wie dies in einem Tennisclub der Fall ist: Vom fünfjährigen Dreikäsehoch bis zum achtzigjährigen Oldie kann jeder Tennis spielen wollen – und den Sport auch schon oder eben noch immer ausüben. Damit ist im Grunde auch schon gesagt, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind, welche die verschiedenen Altersgruppen haben.
![]()
Hat dieser Club einen Gastrobereich, womöglich gar ein Restaurant, so können sich daran die Gemüter gütlich bis glühend erhitzen. Und es braucht enorm Energie, diese verschiedenen Kritiken zu filtern, anzunehmen, zu respektieren und sie womöglich in positive Energie umzuwandeln – mit Überzeugungsarbeit.
Die meisten Tennisclubs stehen vor einem speziellen Phänomen: Sie haben viele Kids und Junioren, viel zu wenige aktive Spieler zwischen 20 und vierzig, ausreichend Zuzüger und Neubeginner ab etwa vierzig – und den eingefleischten Kern langjähriger Mitglieder ab dem (Früh-)Pensionsalter. Wenn man also nun hingeht, ein Clubhaus modernisiert und ein Gastrokonzept überarbeitet, es aufpeppt und auch verjüngt, dann hat man nicht unbedingt ein Problem, aber eine Herausforderung: Gewohntes ist plötzlich nicht mehr da, und es wird dann schnell vergessen, dass an diesem Gewohnten auch dies und jenes nie recht war, und wenn sich Veränderungen noch nicht automatisieren konnten, dann wird mit Kritik nicht gespart.
Und es sind dann vornehmlich die Älteren, für die das Gesellige auch immer wichtiger wird, die sich an solchen Veränderungen reiben: Der Club ist in ihrem Bewusstsein als jahrzehntelange Mitglieder ein Stück weit der ihre, ein wichtiges, zentrales Element der Freizeitgestaltung und der Ort wichtiger sozialer Kontakte. Wird daran etwas grundlegend verändert, dann erwächst Widerstand. Und natürlich sind diese Veränderungen auch eine Art Verjüngungsprozess, und niemand wird gerne von solchen Vorgängen überrollt.
Dennoch sind sie sehr wichtig, denn sie bedeuten eine Form der Erneuerung, die diejenigen anspricht, welche den Club jetzt und in Zukunft auch tragen müssen – mit aktivem Engagement an allen Fronten. Und zu meinen, die Gastronomen würden Schlange stehen, um in einem Tennisclub zu wirten, mit so intensiven Spitzen- und extrem langen flauen Präsenzzeiten, der lebt einfach auf dem Mond. Und zwar auf der Rückseite.
Das alles lässt sich heute recht locker schreiben. Denn ich habe einen tollen Tag im Club hinter mit, mit vielen positiven Rückmeldungen, was mich befähigt, meine edelste Aufgabe zu erfüllen:
Dafür zu sorgen, dass genau dieses Feedback Vorstand und Küchenbrigade auch erreicht. Denn daran hapert es oft: Erfahre Gutes, so sage Dank und erzähle anderen davon. Selbstverständlich ist nämlich rein gar nichts.
![]()
