Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Die machen, was sie wollen. Und ich?

∞  23 April 2013, 08:47

Die machen ja eh, was sie wollen, sagen wir, und schimpfen auf die weite Welt. Aber wir können viel mehr als verzweifeln. Im Haus und vor der Tür.

Die weite Welt beginnt bei der Art, wie ich zuhöre, hinhöre, weghöre. Wie ich wegschaue, betrachte, hinsehe, beobachte. Wie gross das scheinbar kleine Schöne bei mir werden darf. Die Welt ist auch so, wie ich klinge, wenn ich mir zuhöre. Plappere ich nur, glaube ich an das, was ich sage? Wie wähle ich denn selber aus, was mich umtreiben soll oder darf? Und wie weit trägt mich meine Bequemlichkeit? Habe ich keine Zeit, zu spazieren, weil ich noch keine Nachrichten gesehen habe? Kunststück, empfinde ich die Welt als fremdbestimmt. Ich lasse das mit mir machen. Ich lasse die Welt etwas Fernes sein, das nicht nach mir fragt.

Aber ich muss und darf selber fragen. Was mache ich mit meiner nächsten Stunde? DAS ist die Welt, das ist meine Realität, das kann ich mehr beeinflussen, als ich behaupte. Es braucht nicht viel Ehrlichkeit, um das zu sehen. Und das, was ich nicht ändern kann, trifft immer auf meine Einstellung. Auch daran kann ich arbeiten. Ich habe jede Minute Optionen. Ich kann mich dem ewigen Kreisen meiner trüben Gedanken ergeben, oder damit aufhören. Vielleicht nur für einen Moment, am ersten Tag, vielleicht bin ich auch schneller erfolgreich. Eines aber ist sicher: Wenn ich Geschmack daran bekomme, Herr meiner Stimmungen und meiner Gedanken zu sein, dann verändere ich vielleicht nicht die Welt, aber meinen Blick auf sie – und ich finde darin Werte, die mir näher sind als jeder Lauf der Dinge, der über mich hinweg zieht, und dann weiter…