Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Eigentlich... ist Ruhe angesagt

∞  14 Januar 2010, 18:26

Eigentlich… eigentlich wollte ich heute ausführlicher bloggen und ein ganz anderes Thema anschneiden.
Ich schiebe es auf. Alle diese Worte wären heute irgendwie schal. Und viele Worte für das eine Thema von heute mag ich auch nicht machen. Sie könnten gar nicht ausdrucksstark genug sein:

Das Erdbeben in Haiti ist grauenhaft.

Es trifft ein Volk, das so schon nur Entbehrungen kennt.
Mit betroffen sind Hilfskräfte und internationale Organisationen, welche in den letzten Jahren mit enorm viel Einsatz eine Stimmung der Hoffnung schafften. Ganz langsam schien sich dieses mausarme Land ein wenig zu erholen…
Nun werden auch 150 Uno-Mitarbeiter noch immer vermisst…

Und wieviele tausende Familien sind auseinander gerissen worden? Wie viele Menschen liegen unentdeckt unter Trümmern? Und wie viele sind eingeklemmt, lokalisiert, aber ohne Chance, befreit zu werden?

Wie gesagt: Ich mag heute nicht und werde mich “offline” um Projekte kümmern, die wenigstens entfernt anderen Menschen zugute kommen.

Niemand von uns kann sich die Welt auf die Schultern laden. Manchmal darf man sich Elend auch gar nicht so deutlich vorstellen und ausmalen. Wenn die Kraft aber da ist, dann bin ich der letzte, der behauptete, nur schon stilles Gedenken wäre ohne Wirkung: Menschen in Not verdienen unser Mitgefühl. Und hier wird uns diese Not noch in vielen Bildern und Geschichten und Reportagen anspringen. Und auch erreichen.

Ganz anders, als wenn ich im Zürcher Privatradio höre, dass in Neu Guinea vierzig Menschen umgekommen sind, weil zwei Busse wegen Schlaglöchern, denen sie ausweichen wollten, frontal aufeinander geprallt sind. Da vermag ich gar nichts. Die Flut solcher Informationen tötet eher die Emotion, die sie doch erzeugen sollte.

Und jetzt ist hier Ruhe.