Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Menschlichkeit nicht verstümmeln lassen

∞  30 November 2008, 21:54

Heute gelesen:
Ein Baby kommt mit Arm- und Beinstümpfen zur Welt.
Und der Pfarrer weigert sich, das Kind zu taufen.

Die Geschichte aus der Schweiz ist etwa fünfzig Jahre her. Dennoch ist es einfach unglaublich. Manchmal frage ich mich, wenn wir Richtung andere Kulturen zeigen und uns ob der rückständigen Zivilisation entrüsten, welch weiter Weg hinter uns liegt und wie atemberaubend lang er ist für ein einzelnes leidendes Menschenleben – und wie kurz für die Menschheitsgeschichte.

Was ist unser Leben im Kontext dieser Geschichte? Ein langer Atemzug vielleicht. Und ein ultrakurzer Wimpernschlag in der Geschichte des ganzen Planeten. Aber was hat sich alles in der Zeit dieses Wimpernschlags verändert!

Und wie sehr haben wir damit das Gleichgewicht der Welt aus dem Lot gebracht? So genau wissen wir es nicht. Wir reisen ins All und schauen uns unsere Erde von da oben an, aber wir haben bis heute keine ganz genaue Ahnung, geschweige denn Gewissheit, wie schlimm es um unseren Planeten steht und wie sehr unsere Lebensgrundlagen gefährdet sind.

Wie hat die Welt vor hundert Jahren ausgesehen? Wie schwindelerregend anders mag sie 2108 sein?

Was können wir besseres tun, als die Menschlichkeit in unserem unmittelbaren Umfeld ein bisschen grösser und bedeutender und wirksamer und wichtiger werden zu lassen? Ich glaube, wenn wir damit anfangen, einfach mal dabei bleiben und uns nicht verrückt machen lassen von den Krisen dieser Welt, dann sind wir ein Glied auf dem Weg zu neuen Ketten, die die Welt umspannen können.

Wir sollten uns wenigstens um die seelischen und menschlichen Voraussetzungen dafür bemühen und nicht fragen, was der einzelne Tropfen bringen mag. Er ist wichtig. Genau hier und jetzt.


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hätte ich nur praktisch so viel Mut wie im Wort