Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Dank und Entschuldigung

∞  17 August 2009, 18:05

Dass sich Menschen zu einem Fehler bekennen, ist genau so selten, wie ein freimütig geäusserter Dank. Es ist, als würden wir damit eine Schwäche kund tun, oder womöglich erst darauf hinweisen, dass da eine ist.

Bin ich ein Teil einer Firma, so lässt sich der gemachte Fehler abschieben. Er ist irgendwo irgendwem passiert, aber nicht hier bei mir und durch mich.

Und wenn jemand aus seinem Trott findet, eines meiner Probleme erkennt, und mir daraus gar heraus hilft, dann ist das ja schon peinlich genug. Was bin ich ihm damit schuldig? Wie gebe ich das zurück? Was hat er oder sie überhaupt für Absichten? Das ist womöglich ein Gutmensch, der sich damit doch im Grunde auf Kosten meines schlechten Gewissens besser fühlen will. Mein Dank würde da eine Gegenleistung ankündigen, von der ich doch keine Ahnung habe, wie sie aussehen könnte. Da ist es doch besser, so zu tun, als hätte nichts Ungewöhnliches stattgefunden, was man hätte bemerken müssen, und was nicht alle tun würden, hätten sie die Gelegenheit dazu, irgendwann, irgendwo.

Genau so kommt es mir vor, gehen wir – je länger je mehr – mit einander um.


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Na ja, mit einer solchen Physiognomie fällt das natürlich alles viel leichter!
Bildquelle: inside360