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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Zauberer und Dampfplauderer - Gift für mich Pessimisten

∞  18 Januar 2013, 10:11

istockphoto.com/Ramses02: “Cash injection”

Ich bin vom Optimisten zum Skeptiker mutiert, und wenn ich ganz ehrlich bin, sollte ich mich längst als Pessimisten bezeichnen: Nichts von dem, was ich einmal im Wirtschafts-gymnasium in Sachen Betriebs- und Volkswirtschaft gelernt habe, und was ich an Verstand mit mir herum trage, lässt sich auf das anwenden, was die Volkswirtschaften der Welt gerade praktizieren. Das kann doch nur schief gehen.

Also, mal sehen: Wir haben rekordtiefe Zinsen, die wir notfalls mit einer Flutung der Märkte mit neuem Geld sicherstellen. Das hält die Zinsen tief, was wir nicht dazu nutzen, die Schulden abzubauen. Selbst Deutschland erhöht seinen Schuldenberg weiter, die Zinsen sind ja so niedrig. Und wahrscheinlich haben die günstigen Hypothekarzinsen eher dazu geführt, dass sich mehr Menschen eine eigene Wohnung “leisten”, als dass sie bestehende Hypotheken abbezahlt hätten. Ist ja logisch, wer ist auch so dumm, nicht von den tiefen Zinsen zu profitieren?

Wenn nun irgendwann das Unvermeidliche eintritt und die Inflation beginnt, dann werden die Zinsen steigen. Unweigerlich. Und sie werden in ein unvorstellbares Schlamassel führen, weil die Staatsverschuldungen so enorm hoch sind wie die privaten Kredite unterversichert durch Rücklagen. Dann ist der Kollaps unvermeidlich. Also führen die Zauberer der Geldpolitik weltweit laufend dem Kessel neues Volumen zu, suchen nach weiteren Schrauben, um den Deckel des brodelnden Dampfkessels zu fixieren, um die Explosion zu verhindern – statt dass man den unvermeidlichen Weg gehen würde, den Druck im Kessel abzubauen.

Wo der Sparwillen maximal hinführt, kann man beantworten, wenn man danach fragt, welche Bereiche denn keine Lobby haben? Im öffentlichen Sektor werden Gehälter und Jobs gekürzt, Arbeitslosenleistungen werden zurückgefahren. Es folgen Kürzungen bei Gesundheit und Bildung. Dafür steigt die Arbeitslosigkeit. Noch so ein Problem mit unglaublicher Sprengkraft.

Für mich wird da ein Herr Barroso zum Dampfplauderer, der schon mal die Krise für Europa als “beendet” erklären konnte. Es wird mit kurzfristigen Ausschlägen und Stimmungen so unglaublich viel Geld verdient – die Börse ist der Ort, an dem in allen Zeiten Geld verdient wird, da spielt die Party. Es wird weiter gefeiert, und jeder denkt, er werde es dann schon rechtzeitig merken, wenn es Zeit wird, sie zu verlassen. Aber, hey, was soll schon passieren? Alle wollen doch das Gleiche, und wenn das Rad weltweit gedreht wird, ist es sicher gross genug, dass “es” niemals aufhören wird. Ich mag mir genau so wenig ausmalen wie alle andern, wie das zu enden droht. Meine Grundstimmung ist belastet, kontaminiert vom Eindruck, dass wir nicht fähig sind, unsere Probleme zu lösen. Wir bringen noch nicht mal den Willen dazu auf.

Aber die böse Ahnung lässt sich nicht verscheuchen. An keinem Tag, an dem die Sonne wie an allen Tagen zuvor aufgeht.