Photographie – den Trost vor Augen
Wie sehr freue ich mich in diesen Wochen neu am Fotografieren. Es ist wirklich eine ganz neue und ganzheitliche Freude, und auch eine Ernsthaftigkeit darin. Ohne künstlerischen Anspruch – darum geht es gar nicht. Aber das schlichte Aus-Schauen, Betrachten, das Sehen üben dürfen – es hat etwas ungemein Tröstendes für mich: Hier darf ich aufnehmen, was mir der Tag hinlegt.
Was auch immer ich also schreiben will oder möchte, so das Bild, es ist schon gesagt, kann schon gesehen werden. Ich muss nicht leisten, schaffen – nur sehen. Alles andere ergibt sich daraus, aus dem berührt Werden.
Das Bild vor meinem Auge ist Realität. Es ist da – ganz anders, irgendwie schlichter als jeder Gedanke, jedes geschriebene Wort. Und doch zeigt es sich mir ganz neu durch den Sucher – und vor allem danach. Und ich staune selbst immer wieder und sage mir: Aha. So kann man die Welt auch sehen.
Manchmal sollten wir mit einem Bilderrahmen durch die Gegend laufen, uns den Ausschnitt suchen – und dann damit zufrieden sein, das aufzunehmen, aber wirklich, was sich in diesem Rahmen befindet.
Und ein bisschen Scheu entwickle ich vor der Macht des Bildschnittes. Jeder Kopf, jeder Gegenstand, jede Landschaft, jede scheinbare Wirklichkeit ist je nach Blickwinkel und Ausschnitt eine andere.
Wie also stellen wir es an, dass wir die Welt mit klaren aber hellen Augen sehen, nicht verklärt aber bejahend und staunend? Einfach üben, sage ich, und das Einfache zulassen. Es ist gar nicht zu hinterfragen. Denn oft ist es eine Sensation.
Und darum rede ich fortan wieder vom Photographieren. Ich führe das „ph“ wieder ein. Ist einfach edler – und daher angemessen.

Frische Regentropfen auf einem Müllcontainer – gezeigt von den ersten Sonnenstrahlen an einem bis dahin tristen grauen Tag.

Ein Tor in einem hohen Gartenzaun, an dem ich zuvor mindestens zwanzig Mal vorbei gegangen bin.
Ablage: Achtsamkeit und Bunt Gemischtes
