Frage und Antwort, immer aber im Wort
SMS zum Tag:
Mit mancher Frage, die wir stellen, legen wir offen, wer wir sind – und werden können.

Ich kann wie ein Wasserfall reden – und schreiben. Aber manchmal muss ich die Worte wie Mühlsteine drehen, und wenn ich dann leicht daher rede, mit einer Floskel über die innere Sprachlosigkeit hinweg wischen will, verbaue ich mir den Weg, lasse ich den Mühlstein liegen, bin ich nicht länger bei mir, verzichte auf den geraden Weg, oder, noch schlimmer, ändere vielleicht mein Ziel, gebe mich mit einer anderen Reise zufrieden.
Hauptsache, es geht vorwärts. Scheinbar.
Die Fragen ohne Antworten sind schon schwer aus- und wach zu halten. Doch manchmal steht lange vor der konkreten Frage das unbestimmte Fühlen einer inneren Unruhe, die nicht eingestandenen Unzufriedenheit, ein schwelender Zweifel, und manche Lebenssituation sowie unser relativ behüteter Lebensstandard verleiten gern dazu, es doch dabei zu belassen, Zerstreuung zu suchen. Schliesslich sind ganze Industrien und Kommunikationstechniken genau darauf ausgerichtet: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Fragen erträglich flach zu halten.
Auch hier liegt es an uns, wie wir die Möglichkeiten nutzen, genau so, wie es unsere persönliche Angelegenheit ist, wie leich oder schwer wir es mit Worten halten. Es geht nicht nur um unser Talent für Ausdruck, es geht immer auch um den Wert der Wahrhaftigkeit – auch und gerade vor uns selbst.
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