Der demütig frohe Erdenbürger

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Mein wichtigster geschäftlicher Ansprechpartner ist eine Generation jünger als ich – immer wieder komisch, mir das einzugestehen…
Er wirkt auch entsprechend erfrischend auf mich ein und seine Vorgehensweise ist oft um einiges entspannter, als es die meine vielleicht wäre. Wir ergänzen uns, finde ich, gut, und es ist schön, festzustellen, dass wir unsere Verkäufer-Egos im Schrank lassen können, immer hübsch auf ein gemeinsames Ziel fokussiert.
Er erzählt mir vom Fortschritt der eigenen privaten Projekte. Mein Kollege befindet sich hübsch geradlinig auf dem Weg zu Frau, Haus und hoffentlich mal Kind, und die Vorstellungen, die er sich dazu macht, sind alle sehr fokussiert, bemerkenswert realistisch und klarsichtig aber optimistisch. Was mir aber vor allem andern gefällt, und was uns wohl auch ein bisschen verbindet, ist die Haltung gegenüber dem persönlichen Glück wie gegenüber allfällig auftauchenden Schwierigkeiten: Ich mache bei ihm jene Art von Demut aus, die jedes persönliche Glück – aber auch geschäftlichen Erfolg unter die Beachtung einer ehrlichen Demut stellt: Nichts, was gelingt, ist selbstverständlich, immer gehört dazu auch ein wohlwollendes Geschick der Umstände und eine Gunst, die man wohl nützen mag und wofür man dann auch geschaffen sein muss – oder fähig, die Vorlagen auch umzusetzen. Aber nie gibt es einfach nur den Erfolg, den, seht her, ich allein erreicht habe.
Und es mag nicht Bedingung sein, aber es ist eine Art Lebensbprogramm, die dann eben über das momentane Glück hinaus Zuversicht bedeutet und Zukunftsglaube: Es gibt eine ganz natürliche Religiösität, die völlig unaufgesetzt eine Haltung beinhaltet, welche um das einzelne Ereignis nicht mehr Aufhebens macht, als ihm auch zukommen mag. Alles ist in allem eingebettet in einen Plan, dem man getrost nachspüren darf und in dem man geborgen bleibt – in einer höheren Fügung.
Wer dies für sich sagen und glauben kann, hat allen Grund, mit einer gefestigten Gelassenheit jeden neuen Tag zu erwarten. Mit solchen Menschen lässt sich arbeiten. Er hat in mir einen (sic!) dankbaren Kollegen.
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