Besondere Zahlen – besonderes Jahr?
Sie kennen sie bestimmt auch, diese Kettenbriefe per mail, in denen Sie aufgefordert werden, möglichst vielen Freunden eine Nachricht weiterzusenden, am besten dem ganzen Adressbuch, weil die darin enthaltene Botschaft absolut wichtig ist – aus welchen Gründen auch immer.
Die Motive der Urheber lassen sich nicht so eindeutig bestimmen. Fest steht, dass sie im Resultat für so manche Firma ein Graus sind, weil sie, bei gleichzeitiger Weiterleitung von mehreren Desktops innerhalb der Firma einen enormen Datenstau verursachen können, gerade dann, wenn auch noch Powerpoint-Präsentationen damit verschickt werden. Aber das soll mich hier nicht beschäftigen, denn dafür legt ein Unternehmen gültige Richtlinien für den Mailverkehr fest.
Mir geht es hier um den inneren Antrieb solcher Vorgänge: Im Zentrum steht immer das liebe gute Glück, das wir jagen. Wir alle wollen glücklich sein, und es ist immer wieder interessant, was wir dafür brauchen. Gute Beziehungen, Freundschaft, Geld. Wir werden ermuntert, mit einem Click vielen Menschen zu sagen, dass sie unsere Freunde sind. Dadurch entstehen gute Schwingungen, wir sehen es ja uns selbst, ein Lächeln legt sich aufs Gesicht, und schon glaubt man gerne, dass es ja etwas haben könnte mit diesem schnellen Gruss per Internet.
Etwas skeptischer sind wir vielleicht bei entsprechenden Lebensberatungen, die uns dieses Glück in Form eines Geldsegens versprechen, auf der anderen Seite kann es ja hier erst recht nicht schaden, einen Versuch zu wagen, auch wenn man nicht daran glaubt. Gegenwärtig kursiert ein Mail, das den Geist des Feng Shui reklamiert, der sich mittels Geldsegen innert viert Tagen wird bemerkbar machen (seriöse, konkrete Angabe, erleichtert die Überprüfung), wenn man das Mail an mindestens acht Freunde weiter leitet. Leider wird dabei nicht definiert, welche Kriterien gute Freunde erfüllen müssen. Viele von uns haben mittlerweile hunderte von Freunden, Facebook macht es möglich – aber wohl keiner von uns hat acht gute Freunde, mit denen er einen entsprechenden Kontakt auch wirklich pflegen könnte. Und so wird der Geldsegen leider ausbleiben, fürchte ich.
Dabei sind die Beobachtungen und Besonderheiten durchaus interessant, und Zahlenpsychologie hat auch durchaus was reales, das alle überprüfen können. So kann ich mich an ein Experiment in der Schule erinnern, bei dem wir ohne nachzudenken ganz fix eine Zahl zwischen 0 und 10 aufschreiben sollten. Dann drehte der Lehrer die Wandtafel, und auf der stand – wie auf den allermeisten Zetteln – die Zahl 7. Darum also hier, offen im Netz, womit ich die herausragenden Informationen meinen Lesern offenbare, statt meinem Adressbuch (vielleicht überliste ich mit diesem Trick ja mein persönliches Fengshui-Kontobuch):
In diesem Juli 2011 geschehen ein paar Dinge, die Sie in Ihrem diesmaligen Erdendasein wirklich nur diesen Monat “erleben”, tschuldigung, sagen wir vorfinden werden:
Dieser Juli hat fünf Freitage, 5 Samstage und 5 Sonntage. Das geschieht nur alle 823 Jahre. Wie “chinesisches Feng Shui” allerdings darauf kommt, aus dieser Besonderheit unseres gregorianischen Kalenders fernöstliche Magie herauszulesen, beweist in aller erster Linie Geschäftstüchtigkeit: Selbst zwar die Jahre ganz anders zählend, hat man fürs Business unseren Kalenderrhythmus adaptiert, und daraus lässt sich sicher auch mit der hier festgestellten Besonderheit Geld machen.
Und dann sind da noch die vier besonderen Kalenderdaten dieses Jahres:
Der 1.1.11, der 11.1.11, der 1.11.11 und der 11.11.11, quais also ein Steigerungslauf.
Und dann wäre da noch was: Nehmen Sie die letzten zwei Ziffern Ihres Geburtsjahres als Zahl und addieren dazu das Alter, das Sie in diesem Jahr erreicht haben oder erreichen werden.
Gibt 111. Für Alle.
Ich wünsche Ihnen was. Vor allem aber wünsche ich uns allen, dass wir das Glück darin erkennen, keine Bedingungen erfüllt sehen zu müssen, um es zu erfahren. Es gibt nichts, was weniger von einem bestimmten Vorkommnis abhängig wäre, wie das Glück. Und auch diese Magie gilt für uns alle an jedem Tag unseres Lebens.
