Arbeitgeber Kirche: Unmögliche Zustände zuhauf.
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Dass der deutsche Staat der grösste Arbeitgeber im Land ist, dürfte kaum jemanden überraschen. Dass der zweitgrösste allerdings die Kirche ist, wird manchen Erstaunen. Damit hebelt ein massgeblicher Lohngeber arbeitsrechtliche Prinzipien immer wieder aus, weil kirchliche Anschauungs-weisen zu absurden Situationen führen. Wenn die arbeitsrechtliche Gleichstellung an einem Ort ganz sicher nicht funktioniert, dann im Umfeld der Kirche.
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Viele kirchliche Kliniken, Kindertagesstätten, Schulen werden zwar vom Staat finanziert; in ihnen gelten aber kirchliche Regeln – mit fatalen Folgen der Ungleichbehandlung und Diskriminierung – und einer Schwadron von kirchlichen Chefs, welche die allergrösste Mühe zu haben scheinen, sich einigermassen linear dem Erfordernis der Ausgewogenheit entsprechend zu verhalten. Es will einfach nicht gelingen:
Da wird eine vergewaltigte Frau in zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen (Krankenhäuser wären gesetzlich verpflichtet, diese Frauen zu behandeln und sie auch auf die Pille danach zur Unterbindung einer möglichen Schwangerschaft hinzuweisen – und ihr das Medikament auch abzugeben), eine Sikh darf nicht in einem katholischen Kindergarten als Putzfrau beschäftigt werden, einen 1-Euro-Job kann man ihr aber anbieten? Eine Geschiedene stellt nach den Oberen eines katholischen Kindergartens die Gefahr für ein schädlcihes Ärgernis dar und soll deswegen ihre Stelle verlieren – bis die Eltern rebellierten und die Trägerschaft des Kindergartens zu den Protestanten wechselte…
Dass hinter den strammen Positionen der katholischen Arbeitgeber sehr viel Lavieren steckt, muss dabei nicht so sehr den Ausführenden Organen vor Ort angelastet werden, denn es wird von Meinungsmachern ja vorgelebt: Martin Lohmann, Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders K-TV ist die Spitzfindigkeit in Person: Das Problem mit den Scheidungswilligen, die es selbst unter den Katholiken geben soll, würde Lohmann so lösen: Also scheiden ist dumm, denn dann schafft man einen blöden Fakt, an dem die Kirche nicht vorbei kommen kann,. Aber man kann die Ehe ja für ungültig erklären lassen, denn Lohmann hat festgestellt, dass viele Gläubige das mit dem heiligen Sakrileg der Ehe bei der Heirat einfach so wenig verstanden haben wie seinerzeit Prinzessin Caroline von Monaco.
Und weil er grad so schön in Fahrt ist, fügt er noch grosszügig an, schwul sein dürfe man “im Prinzip” auch. Aber es einfach nicht praktizieren. Denn das ist und bleibt Sünde.
Im Gegensatz zu heiratswilligen Katholiken ist offensichtlich bei katholischen Schwulen davon auszugehen, dass sie wissen, was sie tun. Wenn das nicht ein Kompliment ist!
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Zum Thema, via mycomfor
SPON zur Günther Jauch – Talkshow über den Arbeitgeber Kirche
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