Zwischen den Ansprüchen
Ein Verkäufer-Kollege sagte letzthin zu mir:
“Es ist wie verhext: Dort, wo ich deutsche Artikel liefere, schlagen mir die deutschen Kunden die chinesischen Konkurrenzpreise um die Ohren. Und da, wo ich auf chinesische Alternativen umgestiegen bin, erschlagen sie mich in Reklamationen mit Qualitätsansprüchen.
Zuhause wechsle ich Windeln, um dann um die Ecke in der Kneipe ein Gespräch unter Frauen meines Alters zu belauschen, in dem sie sich gegenseitig freimütig zugeben, dass, eigentlich, Männer, die Windeln wechseln, ziemlich asexuell wirkten.
Soll mir also keiner sagen”, seufzte er, “wir Männer hätten’s leicht.”
Bei den Chinesen, lieber Freund, kann ich mitreden: Tja, die grosse Marge für den Handel müssen sich alle mit Abstrichen erkaufen. Dabei sich selbst am Rückgrat zu orientieren, das dort Halt ruft, wo für ein schnelles Geschäft jede Qualitätsvorgabe eingerissen wird – das ist schwer (und nicht die Aufgabe der Chinesen). Zumal der wichtigste “Partner” eigentlich gar nicht gefragt wird: Der Konsument. Der hat dann die Bescherung. Er gehört vielleicht zu den Entlassenen, die notgedrungen fortan das Billigste kaufen und damit nur Schrott bekommen.
Beim zweiten Thema kann ich nicht so richtig mitreden. Oder doch? Wie sehe ich eigentlich mit Reinigungskittel und Flaumer aus?
