Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Wie ich denke, so sieht mein Leben aus

∞  21 August 2011, 21:52

Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.


Marc Aurel



Wir wissen es ja eigentlich alle. Das Leben ist, wie es ist. Es hat eine Vorder- und eine Rückseite, ein Lächeln und ein Arschgesicht, ausgebreitete Arme und eine kalte Schulter. Was es auch immer uns gerade zeigt, wir können uns nicht wirklich darauf verlassen, dass es so bleibt. Haben wir uns gerade so schön aufs Jammern eingerichtet, so fällt plötzlich der Grund dafür weg. Denken wir, wir wären definitiv Sven Glückspilz, entpuppt sich die schönste Sicherheit als Seifenblase.

Es könnte sich also anbieten, dem Glück nicht zu trauen und das Unglück nicht als unabänderlich zu deuten. Wobei ich nicht mal mit Bestimmtheit zu sagen weiss, ob es in jedem Fall falsch ist, die momentane Grosswetterlage mit aller Emotion zu durchleben: Bis zu den Sternen in Glückseligkeit baden und sich im Morast eingraben, so lange er noch schön brackig ist.

Egal also, ob sie den Ball flach halten oder immer den Kunstschuss versuchen wollen – entscheidend ist wohl für Sie selbst die Frage, wie sie mit ihm umgehen, diesem Leben. Nehmen Sie es, wie es ist? Das klingt so banal, nicht wahr? Und ist doch so schwierig. Wie ist es denn, das Leben? Wie kann ich es nehmen, wie darüber denken? Welche Haltung kann ich bewahren, in meinem Innersten, was mache ich mit mir aus, wenn es sich verändert?

Mir scheint, je weniger ich einer Stimmung nachtrauere, einen Zustand vermisse, um so sanfter fliesst die Zeit durch mein Leben, wandere ich ruhiger durch meine Tage. Ich bin dann mal weg bei mir und meinem Leben. Von den allzu kurzen momentanen Befindlichkeiten ein Stück weit losgelöst. Das wäre schön.