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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Wenn die Politik den Sparer anfeindet

∞  3 April 2013, 18:12

Unser Wirtschaftssystem braucht den reibungslos geschmierten Wachstumsmotor. Alles ist darauf angelegt, dass unser Konsum den Absatz ankurbelt. Gefördert und gesucht wird dabei nie das Sparen. Der Sparer scheint ja gleichsam der Feind dieses Systems zu sein.

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Dafür gleicht der Staat, ja gleichen Firmen immer mehr Kleinkreditbezügern, welche alte Schulden mit neuen toppen. Die Zentralbanken drucken, damit das “aufgeht”, derweil Geld, sorgen für scheinbar neue Liquidität.

Warum wir mit dieser Wirtschaftspolitik nie in den letzten Jahren wirklich deutlich höhere Zinsen bekommen haben, die Inflation also ausbleibt, und warum das auf Dauer wirklich gut gehen soll, hat mir noch keiner erklären können. Gut gehen muss es aber, weil sonst viele Hausbesitzer bei steigenden Zinsen im Nu extreme Schwierigkeiten kriegen werden: Der Sparer und/oder der Hausbesitzer zahlt in jedem Fall die Zeche: Erst kriegt er auf sein Erspartes keinen Zins mehr, dann stehen Negativzinsen zur Diskussion, und zum Schluss streicht man ihm dann die Rente zusammen. Hat er sein Geld in sein Heim gesteckt, sitzt er im Ausmass seiner Hypotheken auf einem Pulverfass.

Dass Sparer einen Teil jener Selbstverantwortung leben, den die Politik in den letzten Jahren so gern von den Bürgern verlangt hat, wird dann wieder ausgeblendet. Wer spart, gibt objektiven Kriterien von Sicherheit einen Wert, ist bereit, dafür etwas einzusetzen und geht mit Geld nicht nach Kriterien der Gier und des schnellen Profits um. Bleibt er auf der Strecke, so verliert die Gesellschaft ein weiteres Stück ihrer inneren Genügsamkeit und kündigt die Politik die Sozialverträge mit dem Kern ihrer Bürger auf.

Die Wirkung, die dabei die Behandlung der Zypern-Krise entfalten wird, lässt sich erst erahnen. Das Misstrauen ist aber zurecht gesät – und wird keimen. Und die Politik wird dafür auch weitere Gründe liefern. Denn wir alle kaufen zu wenig. Finden Sie doch auch, oder?