Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Was der Markt verlangt

∞  23 März 2013, 15:36

Was ist heute Politik? Der Versuch, die Märkte zu beruhigen.

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Der Markt ist der zentrale Mittelpunkt aller Ausrichtungen geworden. Er soll möglichst frei sein, damit der Konsument, Verzeihung, der Bürger, den Segen der Auswahl hat. So wird es uns verkauft. Doch was die Player auf diesem Markt wollen, ist genau das Gegenteil: Der Kunde soll nicht nur berechenbar sein, er wird manipuliert. Auf nichts wird so viel Geld verwendet wie auf das Er-Finden und Perfektionieren von Mechanismen, die den Kunden wählen lassen, was der Anbieter wünscht.

Und dort, wo das nicht gelingt, bündelt sich die Energie im Versuch, das Produkt fliessend dem Kundenverhalten anzupassen, es zu trimmen. Und zwar jedes Produkt:
Amazon ermittelt bereits, welche Kapitel eines E-Books von den Lesern übersprungen werden: Bücher werden nach dem Gusto der Leser umgeschrieben werden, bis es die Geschichte der Leser ist, und der Verfasser nicht mehr als der Drehbuchautor, der die erste Rohfassung erstellt hat.

Markt hat nichts mit Demokratie zu tun. Jede Frage die er stellt, jedes Problem, das er verstehen will, kommt aus dem Antrieb, Markt und Menschen zu beherrschen, sie zu füttern und süchtig nach mehr fragen zu lassen.

Der freie Konsument ist eine Fiktion. Der freie Bürger auch. Und der Verantwortungsvolle, der Wertebewusste, der dem demokratisch erarbeitete Leitplanken setzen will? Gibt es ihn? Lässt er sich wecken?

Eines ist ganz sicher: Je ausgebauter die Instumente der direkten Demokratie sind, um so eher finden nur schon die Debatten zwischen Politik und Bürgerschaft über politische Themen statt. Zwangsläufig. Und nur auf dem Weg lässt sich ergründen, was “wir” in unserer Mehrheit wirklich wollen. Gibt es eigentlich eine Partei in Deutschland, die im Hinblick auf die nächsten Bundestagswahlen damit wirbt, sich in der Folge für mehr direkte Demokratie einsetzen zu wollen? Nein? Und warum nicht?