Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Von Abrieb, Umtrieb, Antrieb und weniger

∞  19 April 2011, 17:08

Schwester Ruhe schöpft mehr klares Wasser aus dem Quell mit einem Löffel als Bruder Sturm mit einem Kruge.

Emil Gött



Schon wieder ist sie da, eine Reflexion über Ruhe und Gelassenheit. Warum dieses Thema so zentral ist für mich? Wahrscheinlich deshalb, weil es für mich selbst keine Haltung gibt, die erstrebenswerter wäre. Und in diesem “wäre” drückt sich schon aus: Viel zu oft kommt sie abhanden, diese Ruhe. Oder sie lässt sich schon gar nicht erst finden…

Auch ich verspüre oft innere Unruhe. Sie führt aber ohne Ziel mehr zu Abrieb statt Antrieb. Wollen wir geschäftig und nicht einfach beschäftigt sein, so brauchen wir so viel Raum, dass wir ein Ziel im Blick haben und den Kopf dafür aufrecht halten können. Wir brauchen vielleicht einen langen Atem und Geduld, wir können die schnelle Erfüllung nicht erzwingen, denn wir haben nie die Herrschaft über alle möglichen Einflüsse. Es ist kein Fatalismus, daraus abzuleiten, dass etwas nicht sofort gelingen muss. Es kann viel eher helfen, in der Arbeit an sich schon den Sinn zu sehen: Arbeit beschäftigt mich immer auch mit mir selbst.

Wenn zu diesem Bild die Quelle in diesem Spruch gehört, so drängt es mich doch dazu, Schwester Ruhe zu helfen, den Bruder Sturm vor der Tür zu halten. Und eine Quelle, dies noch zum Schluss, lässt sich ja nicht leer schöpfen – nur nutzen. Sie rennt nicht fort. Aber sie verlangt auch nach Schutz und Obhut. Genau so, wie unser Vermögen an Talent Inspiration zur Entfaltung benötigt. Anregung also, nicht Aufregung.