Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die sichere Bank...

∞  7 Februar 2012, 14:16

Von der immer gleichen Geschichte, dass der Verstand gegen die Aussicht auf noch mehr Profit keine Chance hat.

koun

Nicht wenig Geld dürfte in der grossen Krise der UBS von ihr zu den Kantonalbanken abgeflossen sein. Die Bankkunden mögen sich in ihrer Sorge gefragt haben, welches Geldhaus denn noch Sicherheit versprechen könnte? Die Credit Suisse schien irgendwie nur die sehr ähnliche Variante, mit etwas mehr Fortune oder weniger “Pech” bei ähnlicher Ausrichtung zu sein. Da lag der Gang zu einer Kantonalbank doch nahe, oder?

Diese Banken sind aufs Inland fokussiert, generieren Steuersubstrat für den Staat und werden von diesem gestützt und abgesichert. Die leidige Frage nach der Staatsgarantie und der Sicherheit der Spareinlagen war eine beruhigende Sicherheit, und die Möglichkeit, als Steuerzahler tatsächlich einmal in die Situation zu kommen, ein solches Szenario fürchten zu müssen, schien sehr, sehr unwahrscheinlich.

Und nun? Bezogen auf die Aktualität und mit einem Blick auf die Geschichte lässt sich feststellen: So schick ist das mit den Kantonalbanken gar nicht, und das auch nicht erst seit gestern… So ist der Kanton Appenzell AR 1995 dem Würgegriff einer bankrotten “eigenen” Kantonalbank entronnen, indem diese von der… UBS übernommen wurde. Und der Kanton Bern musste seine Steuern 1993 zur Sanierung der eigenen Kantonalbank erhöhen – und kam mit einem blauen Auge davon, weil die Berner nichts mit der USA zu schaffen hatten.

Und nun also die Zürcher Kantonalbank (und nicht nur sie!). Da ist nun davon zu lesen, dass die ZKB gar aktiv ex-UBS-US-Kunden angeworben haben soll, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie man dabei das Argument der Staatsgarantie noch mit ins Feld geführt haben mag… Nun findet man sich auf der USA-Liste der bedrängten Schweizer Banken wieder.

An allen diesen “Geschichten” wirklich beunruhigend ist, dass sie im Grunde immer die gleiche Gesetzmässigkeit erzählen: Ein Institut wirbt um Kunden der gescheiterten Konkurrenz, um gleichzeitig die eigenen Prinzipien aufzugeben, weil es die Gewinnerwartungen der neuen Kundschaft erfüllen will. Der Hochmut, die an sich überhöhte Zielsetzung besser erfüllen zu können paart sich mit der Lust, selbst zum Platzhirsch werden zu wollen. Dass dabei die Pfade der Geschäftsfelder, in denen man natürlich gewachsenes eigenes Know-how in der Firma selbst besitzt, verlassen werden müssen, führt nicht zu mehr Vorsicht, sondern zum Gegenteil.

Fortsetzung folgt bestimmt.