So schnell scheint alles vergessen
Ich habe mir ja geschworen, als ich aus dem Spital nach Hause kam und meine Gedanken nicht weiter reichten als bis zum nächsten Toilettengang, dass ich mir dieses Bewusstsein für die Gnade erhalten will, diese Gnade, die darin liegt, dass das scheinbar Selbstverständliche tatsächlich klaglos funktioniert.
Und natürlich bin auch ich schnell wieder im alten Fahrwasser geschwommen. Kaum geht es aufwärts und wird der Alltag tatsächlich wie alle Tage mal waren, gehen die guten Vorsätze vergessen.
Doch es gibt diese Momente, diese gemeinen, harten, brutalen, in denen, ganz ohne Vorwarnung, der Schmerz zurück kehrt. Und dann sitzt du da, auf dem stillen Örtchen, und fühlst dich ziemlich mies. Mies mit deinem Körper, aber vor allem mies mit deiner Überheblichkeit, die dich bereits Luftsprünge machen liess und dich jede Sorgsamkeit vergessen liess.
Es wäre gut, es wäre doch wirklich sehr gut, ich lernte aus diesen Wochen was Grundsätzliches, und würde, mehr als je zuvor, danach, nein, sofort, aber auch danach, wenn alles überstanden ist, jeden Spaziergang wirklich als das feiern, was er ist: Ein Geschenk, eine Gabe, eine Gnade, ein Fest, eine Freude.
Warum nur sind wir so vergesslich, so selbstvergessen, so unachtsam, so verstockt, so sinn-los sinnesfremd und abgestumpft? Das Leben müsste doch jeden Tag ein Fest sein, so, wie es vor uns liegt.
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