So ein Regen
In der Nacht, schlaflos, in Gedanken in dem was war – und sein wird. Ein Stechen hinter der Stirn. Ich stehe auf. Der Regen klopft seine eintönige Melodie aufs Dach. Wie tausend Trommler, die im Verbund den gleichen Schlag immer wieder ausführen, ohne Wiederhall.
Ich bin in meinen Mauern daheim. In der geöffneten Terrassentür stehe ich dem Regen gegenüber. Wie feucht die Luft sich auf meiner Haut anfühlt, wie frisch sie meine verengten Bronchien durchströmt und meine Brust weitet.
Regen. Labsal für den Boden, die Pflanzen. Herr über ihr Gedeihen. Er nährt sie oder schwemmt sie mit sich fort. Zieht Furchen in die Erde, oder versickert in ihr. Der Regen trommelt sein Lied.
Er wird etwas schwächer. Hier und jetzt, mitten in der Nacht, sorgt er für frische Luftzirkulation in der ganzen Wohnung. Die Schwüle des Tages ist verschwunden, aufgesogen vom Lebensquell der Erneuerung. Der Regen der Nacht hat eine andere Kraft als jener am Tag, der die Sommerhitze oft zur Waschküche macht, so dass wir schwitzend an unserer Haut kleben, als würde sie sich auch gegen unseres Inneres zusammen ziehen.
Aber hier und jetzt ist die Zeit der Ruhe, der Erneuerung. Dieser Tag wird im unermüdlichen Ablauf der Zeiten den neuen Anfang suchen, wie alle Tage zuvor. Mag er uns Allen auch Neues bringen.
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