Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


SMS zum Tag: Sehnen oder leben?

∞  8 April 2013, 08:00

Meistens habe ich die Wahl:
Das Vorhandene vertiefen – oder das Fehlende überhöhen?

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Ich kann wohl fragen, wen ich will: Jeder findet einen Grund, nicht wirklich glücklich zu sein. Es lässt sich bestimmt objektiv feststellen, dass zum absoluten Glück etwas fehlt. Zumal dieses Glück nicht beständig ist. Also denkt man sich das zu, und je mehr dies geschieht, um so fixer wird der Verlust, der eigentlich nichts anderes ist als ein Glück weniger in einer Fülle von Dingen, mit denen man sich sehr wohl arrangieren kann:

Der Grad unserer Zufriedenheit ist das Ergebnis unserer Sicht auf die Welt. So, wie wir die Dinge sehen, sie annehmen können, wie wir bestehende Grenzen als Orientierung sehen und nicht als Gefängnis, wie wir Mangel mit Anspruchslosigkeit die Spitze brechen können, wie uns Dinge auch zufallen können, wenn wir sie nicht erzwingen wollen: So, wie wir unsere Gegenwart annehmen und positiv besetzen können, so wenig müssen wir die Zukunft fürchten. Sie wird uns bringen, was fehlt, oder aufzeigen, dass es ohne geht.

Ich kann mich nicht aus meiner Enge wegdenken. Aber ich kann ihr auf den Grund gehen und meine eigene Enge aufbrechen. Hier. Und nicht in erdachten Welten und Umständen. Statt einen Palast zu erdenken, gewinne ich die Ruhe, einen Liegestuhl nicht nur aufzustellen, sondern mich auch hinein zu legen. So zum Anfang.