Sich wandelnde Arbeitsstellen wandern weiter – wer wandert mit?
Können Sie sich ein Unternehmen mit knapp einer Mio Mitarbeitern vorstellen, das mal schnell die Verlagerung von ein paar hunderttausend Arbeitsstellen um hunderte von Kilometern plant? Und vor allem ein Umfeld, in dem solche Pläne keine grösseren Diskussionen auslösen?
Ein Unternehmen in Südchina stellt Handy-Komponenten für praktisch alle grossen Firmen her, die wir alle kennen und immer wieder am Ohr haben. Scheinbar beschäftigt das Unternehmen mittlerweile annähernd eine Million Menschen? Wenn ich diesen Bericht lese, dann finde ich das schier unglaublich. Was für Dimensionen sind das?
Die Firma Foxconn ist uns allen wider Willen schon bekannt geworden.
Es ist das Unternehmen, in dem sich Selbstmorde von „Mit-„Arbeitern häuften, die unter dem psychischen Druck der Arbeitsumstände zusammenbrachen. In der Folge wurden die Löhne erhöht – um 70% – und die Arbeitsbedingungen verbessert. Toll. Wobei man gleichzeitig mutmasse kann, welchen unbedeutenden Kostenfaktor die menschliche Arbeit darstellen mag, wenn eine solche Erhöhung möglich ist, ohne dass sich das auf die Preise am Markt auswirken muss? Stellen Sie sich mal vor, wie sich die Abgabepreise der Produkte verändern würde, für deren Herstellung Sie arbeiten, wenn Sie und alle Ihre Kollegen plötzlich 70% mehr verdienen würden!
Nun ist Foxconn wieder in der Presse:
Der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn will hunderttausende Arbeiter aus dem Südwesten Chinas in die Mitte des Landes verlagern. […] Derzeit arbeiten in der Industriemetropole Shenzhen, die nahe Hongkong liegt, rund 500.000 der insgesamt eine Million Foxconn-Beschäftigten in China. In den kommenden Jahren sollen dem Sprecher zufolge rund 200.000 dieser Jobs ins Landesinnere verlegt werden, wo die Löhne deutlich geringer sind.
Betriebe dieser Grössenordnung mit volkswirtschafltichen und soziologischen Auswirkungen dieses Ausmasses sprengen jede hiesige Vorstellungskraft.
Und je länger je mehr werden solche Auswirkungen zu unserer eigenen Agelegenheit.
Denn die Muster sind immer die gleichen. Auch hier gilt ja am Ende: Die europäischen Firmen, die in China produzieren, schaffen mit ihrem Interesse nach immer noch günstigeren Produktionsbedingungen erst den Markt für diese Prozesse.
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