Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Platzhirsch oder Förderer?

∞  25 August 2014, 00:16

Ich liebe es, mich als Sportfotograf zu versuchen.

Und ich stelle immer wieder fest, dass die fotografierten Hobbysportler in aller Regel sehr viel Spass an den Resultaten haben: Wer sieht sich schon mal selbst auf Skiern oder beim Tennis?
Zwar sind darin auch gewisse Ernüchterungen mit eingeschlossen… aber im Grossen und Ganzen kann ich damit Freude schenken. Was ich dabei nicht so genau weiss, ist, wie viel Können eigentlich dazu wirklich mit gehört, und wie viel einfach die Technik praktisch jedem erlaubt?

Ich habe eine Spiegelreflex mit sehr guten Objektiven, wobei das alles nicht gerade mehr neu ist, aber durchaus den Standard eines Hobbyfotografen erreicht, der sämtliche Objektiv-Situationen abdecken können möchte. Also walte ich meines Amtes und freue mich, wenn die Ergebnisse, am Folgetag auf dem Screen im Clubhaus schon anzuschauen, Spass machen. Aber so ein Clubmeisterschaftswochenende ist lang, und manchmal wünschte ich mir, die Last wäre ein wenig verteilt und ich hätte einen Assistenten. Und heute war es so weit… Ein Teenager schien ganz offenkundig grosse Lust zu haben, mit “dem Ding” mal Selbstversuche zu machen – ausserdem musste ich selbst nochmals auf den Platz.

Nun, ich habe es schon im Spass angemerkt: Nicht sicher, dass das eine gute Idee war, denn womöglich wird so deutlich, dass es eigentlich kinderleicht ist, den Moment zu erwischen, wenn der Ball in Schlägernähe ist… zum Beispiel… Und da war noch die spontane, zu verstehende Frage: Was? Du gibst einem Jungen Deine teure Ausrüstung und lässt ihn einfach machen? Nun, da habe ich eine einfache Antwort: Ja.
Die Sachen sind dazu da, gebraucht zu werden, und wenn ich so jemandem die Freude am Fotografieren vermitteln kann, dann will ich das machen. Schliesslich denke ich noch jetzt dankbar an jenen Moment zurück, in dem mir genau das gleiche geschenkt wurde. Und da war ich unwesentlich älter und gerade in den Matura-Vorbereitungen.

Na, und was soll ich sagen? Ich schaue mir gerade an, was mein Kollege da so geknipst hat – und ich bin verblüfft! Natürlich ist da viel Ausschuss dabei, aber… bei mir auch. Und der Junge ist noch nicht so “verdorben”, dass er bei bewegen Motiven einfach auf Serie stellt und durchrattern lässt. Und trotzdem hat es echte Treffer dabei. Und von der Siegerehrung werden dem Club von ihm Schnappschüsse beschert werden, die verraten, wie gut mein Kollege hinschauen kann. Richtig gute Sachen sind da dabei! Natürlich fehlt es an der Übersicht – die zweitklassierte Dame wird keine grosse Freude haben, dass man von ihr von der Siegerehrung nur Bilder mit Haaren im Gesicht sieht – aber dagegen lässt sich was machen: Da nehmen wir ein Bild vom Apéro, das dazu passt, und gut ist.

Was soll ich sagen: Ich freue mich einfach! Und bei fast allen Dingen, die man in seiner Freizeit gut macht, gilt doch: Weltmeister darin sind wir selbst nicht, aber wenn wir andere mit unserem Tun anstecken können, ist doch sehr viel Edles daraus hervor gewachsen. Da kommt mir in den Sinn:

lookabout.ch muss unbedingt wieder ins Laufen kommen… Ich sag mal: Im Oktober ist es so weit.