Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Ohne Grenzen?

∞  28 April 2009, 21:16

Die maximale Leistungsfähigkeit ist nie erreicht. Und sie wird immer höher geschraubt. Welchen Sport Sie auch lieben: Schauen Sie sich die besten, die es darin gibt, an – und vergleichen Sie die Bilder, vor allem die bewegten, mit jenen vor zwanzig, ja gar vor zehn Jahren. Training, Ernährung, Chemie, Lebensumstände, Evolution. Im Kleinen und Kleinsten schieben wir die Grenzen immer weiter – und werden immer älter. Denken wir begrenzt genug, mag man sich gar dazu versteigen, zu glauben, eines Tages würden auch Naturgesetze ausgehebelt.

Dabei bleibt nur eines sicher: Die modernen Maschinen und Geräte von heute – sie sind die Nostalgie von morgen.

Was ist nun das Bestimmende daran und darin? Denn wir stecken ja alle in diesem gärenden Teig, der da Leben heisst. Es ist alles möglich. Kein Spitzensportler, der das nicht sagen würde. Ausdruck der Leistungsbereitschaft, des Siegeswillens, der Wettbewerbsfreude.

Wer Rekorde hält, sei unvergesslich, meint man. Ach wo. Es dauert einfach ein wenig länger. Aber es gibt keine Rekorde für die Ewigkeit. Nicht mal für jene Zeitspanne, die wir Menschen zu erfassen vermögen, wenn wir selbst in der fliessenden Zeit gefangen sind. Und mögen wir auch noch so fit sein und dies auch noch viel länger als man noch zur Zeit unserer Kindheit hätte annehmen können:
Wir werden dennoch alt. Und in einer solchen Welt dabei vielleicht auch einsamer. Und wahrscheinlich ist es auch nicht gerade einfacher geworden, damit umzugehen. Nicht nur, weil immer mehr Menschen das Leben als Spitzensport verstehen. Auch, weil wir immer später uns daran gewöhnen müssen, zu unterliegen.

Niederlagen ertragen und sie im Denken und in der Überwindung in Siege verwandeln. Erfolg definieren und damit relativeren. Keinen Sieg mehr brauchen, um ausgeglichen zu sein. Mit dem Leben mit schwimmen, statt ihm voraus rennen. Die Beine ausschütteln, statt sie zu stählen.

Und vielleicht dabei auch laut werden und unbescheiden auf das hinweisen, was man weiss, wirklich gelernt hat:

Am Ende ist die grosse Prüfung die, mit sich und seiner Fährte, mit Glück und Leid zufrieden zu sein, so, wie es erfahren wurde.
Ewig an uns bleibt eh nur das, was wir mitnehmen, am Ende. Das weiss ich nicht in dem Sinne, dass ich es beweisen könnte. Was wir alle aber wissen können, ist, dass die Wahrheit und das Echte an uns sich nicht an Plaketten und in Erfolgen erfasst werden kann, sondern am inneren Gefühl dafür, wie wir mit uns selbst umgegangen sind – und bis zuletzt umgehen. Es könnte noch wichtiger werden, später. Wer wüsste zu sagen, dass dem ganz sicher nicht so ist?