Nicht ohne mein Auto, und ohne alles andere auch nicht
Autofahren darf kein Luxus werden.Frank-Walter Steinmeier
Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Mir fällt das oft selbst schwer genug...
Warum eigentlich nicht? Liegt das Dilemma unserer Natur nicht gerade darin? Ein Auto für jeden Achtzehnjährigen, Lachs und Champagner für alle? Woher nehmen wir die Arroganz, dass wir glauben, zumal in unserer Freizeit, jederzeit mal innert weniger Minuten von A nach B zu kommen?
Man gehe mal am Wochenende durch das nächste stille Wohnquartier und studiere die Siedlungsarchitektur: Tiefgaragen, die an Bunkerbauten erinnern, überall, massiv hingeklotzte Trutzburgen für unsere Karossen. Wieviel haben Sie für Ihr Auto ausgegeben? Einen Drittel eines Jahresgehalts? Oder noch mehr? Wenn Sie die Kosten für Ihr Auto hochrechnen – wirklich inklusive aller Betriebs- und Amortisationskosten – es dürften bei Vielen mehr als 10% sein, selbst wenn der Göppel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
Würde man einem beliebigen Querschnitt von Menschen das Auto wegnehmen und Ihnen sagen, sie sollten stattdessen das Taxi nehmen oder doch noch besser die öffentlichen Verkehrsmittel, so wäre das Geschrei gross und die Leute würden plötzlich weniger unterwegs sein. Um dann vorgerechnet zu bekommen, dass sie das Auto mindestens so viel kostete, wie jedes scheinbar noch so teure alternative Modell.
Wir haben keine Ahnung, was die Dinge kosten, weil uns der Groschen zu locker in der Gesässtasche sitzt. Wir verlangen nach mehr, lange bevor wir mehr brauchen – und mit diesem unserem Gejammer setzen wir der Natur ganz grausam zu.
![]()