Kein Schweizer Wochenende
Die Schweizer Fussballer beweisen Herz, haben aber keine Kaltblütigkeit. Und Roger versucht drei Sätze lang mit unmöglicher Taktik gegen einen unglaublichen Nadal zu bestehen.
Kein Wochenende für sportbegeisterte Schweizer. Oder doch? Ist Mitleiden nicht so was wie die Investition in die nächste Mitfreude?
Manchmal, wenn ich die Deutschen gewinnen sehe, wenn ich verfolge, wie sie die Siege in den Sportarten im voraus kalkulieren und die Befriedigung danach vermarkten, dann denke ich: Die armen Kerle. Die wissen gar nicht so genau, wie schön es ist, zu gewinnen.
Also leide ich halt ein wenig. Und zelebriere die nächste Freude dann um so inniger. Keine Angst: Ich mache beides einigermassen dezent. Denn es stimmt schon: Wir Schweizer wahren eine gewisse Zurückhaltung, in allem, was wir offenbaren. Und wenn wir nicht auf dem Teppich bleiben, finden wir auf jeden Fall innert kurzer Zeit wieder darauf zurück. Und konstatieren zum Beispiel:
Ein so kleines Land, das ein Formel 1 – Team auf die Beine stellt, den Americas Cup gewinnt, die Nummern 1 im Tennis bei Männern und Frauen hervor bringt – und sich im Fussball in den letzen zwanzig Jahren immer wieder für Endrunden qualifiziert, auch wenn man sie nicht selbst ausrichtet – wir sind eine Sportnation.
Gratulation Rafa. Gratulation Tschecheslowakei. Hopp Öööschtriich!
°
