Ich, mal wieder ganz spastisch
So eine Baustelle, so ein Hausabbruch ist etwas Spannendes. Faszinierend, wie feinfühlig der Baumaschinenführer die Greifer der Schaufel bedienen kann. Der Mann zieht Balken aus dem Dachgefüge des Abbruchhauses wie andere Leute einen Zahnstocher aus dem Dispenser.
Ich schaue fasziniert zu, gehe dem Zaun entlang, auf der Suche nach dem idealen Standpunkt für ein Foto, den Blick starr auf den sensiblen Machtprotz mit Dieselmotor gerichtet. Und dann geschieht es: Päng. Ich bin doch tatsächlich gegen den Laternenpfahl gelaufen, der am Gehsteigrand steht, stehen geblieben ist, natürlich.
Ich staune immer wieder, wie viel Pech man haben kann – oder wie ungelenk ich sein kann. Dennoch bleibt es irgendwie auch ein Kunststück: Oder schaffen Sie es auch, sich gleichzeitig die Stirn und die Kniescheibe anzuschlagen, so dass beides richtig heftig schmerzt? Und wo bitte erweise ich mich in dieser Weise als Spastiker? Natürlich direkt vor unserem Haus, und ich stelle mir vor meinem scharz werdenden inneren Auge vor, wie die Nachbarn natürlich genau jetzt aus dem Fenster geschaut und alles mitbekommen haben,und sich jetzt halb tot lachen, wie ich so weiter dem Zaun entlang stakse, verzweifelt darum bemüht, das Bein nicht nachzuziehen, um nicht sichtbar zu machen, wie nachhaltig beeindruckt ich selbst von meinem Missgeschick bin. Drei Minuten später ist der Schmerz dann weg, und auch das ist erstaunlich.
Bis zum nächsten Mal bin ich also wieder hergestellt, bis auf einen blauen Fleck, vermute ich. Gott sei Dank sind die Zwischenräume auf der Tastatur klein. Es ist also nicht zu befürchten, dass ich mit den Fingern dazwischen stecken bleibe oder mich anderweitig am Computer verletze. Aber ich lasse mich da mal überraschen…
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