Ich: Erster Gegner meiner guten Idee
Eine Idee – ist erst mal nur ein Gedanke, wie wir ihn vielleicht zu tausenden tagtäglich haben.
Manchmal, ganz selten vielleicht, steht er uns zuvorderst – und wenn wir ihn dann packen, dann, ja, dann kann er vielleicht ein Sämchen werden, das wir in die Erde pflanzen, dorthin, wo in unserem Kopf der Mut wächst, um ein Projekt wirklich anzugehen.
Meist läuft es ja anders: Wir sind gegenüber unseren Impulsen, unseren Ideen, die ersten Kritiker, und die gnadenlosesten. Wir schmeissen jede spontane Idee in die Tonne, als würden wir damit uns selbst gleich noch tadeln wollen, gleichsam erschreckt ab so viel Originalität. Wir schimpfen uns selbst Spinner – oder strafen das, was in uns an Ungewöhnlichem angelegt wäre, mit Missachtung. Wie viel von uns selbst, das uns selbst überraschen könnte, decken wir zu!
Wo kommt sie eigentlich her, so plötzlich, diese Idee? Und wie ändern wir unsere Reflexe und nehmen einmal auf, was uns gerade heute einfällt?
Wie wäre es mit Aufschreiben? Heute sind iPad, Handy-Notizfunktion oder der gute alte Stift samt Zettel fast nie unerreichbar weit weg. Wenn wir “es” aufschreiben, fangen wir den Gedanken einmal ein und legen ihn hin. Nicht wirklich weg. Auf jeden Fall liegt er noch nicht in der Tonne.
Die Idee hat mit uns zu tun. Wo auch immer sie herkommt, sie ist eine Reaktion auf unsere Empfindungen und Wahrnehmungen, ein Stück Kreativität – und auch ein Indikator dafür, was wir in unserem eigenen Leben verbessert haben möchten. Ideen sind Leben, Lebendigkeit, das Ergebnis von Neugierde und Mut zu Naivität und Farbe. Vielleicht aber ist die Idee auch eine ganz praktische Schwester und legt eine einfache Änderung der eigenen Organisation nahe – und schon haben wir davon für viele weitere Handreichungen des weiteren Lebens eine Hilfe für uns geschaffen. Oft ist es doch so:
Wir sind uns gar nicht bewusst, wie viel gestalterische Kraft unser Hirn tagtäglich aufbringt, wie “praktisch” wir eigentlich sind. Wenn wir uns aber beobachten lernen, werden wir feststellen, dass da viel mehr wäre – wir müssten es nur zulassen.
Der Appetit kommt mit dem Essen. Und um eine Idee zu verwirklichen, sind oft weitere Ideen gefragt. Wir können davon eine ganze Menge entdecken – und dabei selbst unser Leben farbiger machen, zum Erlebnis. Selbst dann, wenn die Ideen scheitern – NACHDEM wir sie geprüft haben – mit dem Versuch, sie real zu erproben.
Lange Zeit hatte ich selbst nur dann gute Ideen, wenn ich mich damit in andere Projekte einbringen konnte – oder ins Geschäft. Es ist aber wichtig, auch für sich selbst allein nicht müde zu werden im Kopf: Eine gute Idee für mein ganz eigenes Fortkommen hilft allen. Aber endlich auch mal erst mir selbst.
