Gaza - Nahostkonflikt eine einzige Saga der Unmenschlichkeit
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Lange Jahre war der Nahostkonflikt ein Randthema. Probleme ungelöst, Resignation statt Schockstarre, verworren bis rettungslos verfahren das Ganze, und die Erregung zog an andere Schauplätze weiter. Aber keine andere Region dieser Erde macht Gedeih und Verderb der Menschen so sehr deutlich: Am Ende muss man miteinander reden, wenn man zusammen, ja nur schon nebeneinander leben will.
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Israel und Palästina sind das andauernde Vermächtnis des zweiten Weltkriegs und die Brutstätte, auf der die Israeli im Versuch der Wahrung ihres Selbstbestimmungsrechts und unter dem Eindruck der sie umgebenden Feindseligkeit eine eigene Militanz entwickelt haben, die Mauern errichtet, einen Gazastreifen abriegelt und mechanisierte Formen der militärischen Kontrolle und gesellschaftlichen Drangsalierung schafft, die für die Gegenseite genau so unerträglich sind wie die Unfähigkeit der Palästinenser, vereint und mit dem Willen zur Konzilianz wirklich das gemeinsame Ziel eines Friedens zu verfolgen.
Werden die Palästinenser immer wieder nach Gutdünken für arabische Interessen der Nachbarstaaten instrumentalisiert und im Grunde doch sich selbst überlassen, so kompromittieren die Israeli mit ihrer eigenen Politik und deren Auswüchsen und menschlichen Schicksalen ihren Anspruch, als gebeutelte Ethnie für Judenverfolgungen auf ewig Wiedergutmachung zu fordern. Die Leidenden bringen selber Leid, werden weiter beschossen und vergelten erneut, denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Und die Hamas stichelt mit Raketen, um anhand der darauf folgenden Bomben auf Gaza mit dem Leid der Palästinenser ihrerseits Politik zu machen, gleichsam beständig vom eigenen Wahlkampf beseelt, bzw. verteufelt.
Habe heute ein beeindruckendes Tagesgespräch auf DRS 1 gehört, in dem eine palästinensische Friedensaktivistin mit absolutem Anspruch auf Gewaltverzicht am Ende ganz nebenbei eine persönliche Geschichte erzählt, die in ihrer Absurdität das ganze Dilemma aufzeigt:
Ihr Sohn wurde vom Militär verletzt. Die Folge: Eine dauernde Behinderung und das Setzen der ganzen Familie auf eine schwarze Liste. Denn so weit denkt der Staat schon voraus: Wir haben ihn verletzt, er dürfte Rache schwören, also müssen wir ihn besonders im Auge haben. Und dann geschieht das Absonderliche, dass die beschädigte Familie dem Schädiger Geld bezahlt, damit der sie von der schwarzen Liste streicht.
Ich habe keine weiteren Worte mehr, und bewundere die Kraft dieser beiden Frauen, die auf beiden Seiten für den Frieden und Gewaltlosigkeit einstehen: Wir dürfen Hass und Verzweiflung nicht zulassen
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