Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Frankfurts Taxi-Fahrer II

∞  12 Februar 2008, 11:52

Nachtrag vom 8. Februar 2008

Die meisten Fahrer sind ja nicht deutscher Muttersprache. Das muss ganz offensichtlich kein Nachteil sein. Seit heute bin ich dafür Zeitzeuge. Wir steigen ein und nennen das Fahrtziel. Eisiges Schweigen. Ganz offensichtlich ist ihm die Strecke zu wenig lang. Auf jeden Fall will er das Restaurant nicht kennen. Ob wir sicher wären, dass wir nicht woanders hin wollten? Nein, wir wollen genau da essen gehen, und wenn er den Weg nicht kenne, könne er ja seinem Kollegen hinter uns, der mit unserer weiteren Mannschaft dahin fährt, ja hinterher fahren?

Noch selten war mir in Gegenwart eines Menschen so kalt. Dann fährt er los, VOR dem Kollegen. Natürlich kennt er den Weg. Der führt durch viele Nebenstrassen, die mit Autos, die wild parken, zusätzlich beengt und verstellt sind. Er fährt mit einem solchen Affenzahn um die Häuserecken, dass unsere Gespräche jäh verstummen – vor allem, als er einer Familie mit einem kleinen Mädchen den Weg abschneidet, das um ein Haar seinen Fuss zu früh auf die Strasse gesetzt hätte. Da ist ein Griesgram als Mörderkandidat unterwegs.

Dass er dann auch noch einen Grund findet, eine weitere Schlaufe zu drehen, weil weiter vorn “zugestellt sei”, passt ins Bild. Beim Restaurant kommen wir so HINTER seinem Kollegen an, wie wir es ja vorgeschlagen haben…

Unsere Fahrt hat am Ende 20% mehr gekostet als die unserer Geschäftsfreunde. Dafür hat er keinen Cent Trinkgeld gekriegt und wir machten, dass wir von ihm weg kamen. Eigentlich müsste man solche Kerle in der Firma melden, sich den Namen und die Lizenznummer geben lassen – und sei es nur, um ihnen zu demonstrieren, dass nicht alles geht, schon gar nicht hinter einem Lenkrad.