Fiebertag, irgendwie
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Es ist ein Fiebertag. Fiebrige Tage sind jene, in denen eine ganze “Bschütti” an Ereignissen und Informationen auf mich einstürmen, wobei es nicht unbedingt eine Rolle spielt, ob die Inhalte oder Beweggründe oder gar die Resultate positiv sind oder nicht. Es ist einfach dann alles ein wenig viel.
Ich könne nun anfangen, meinen Tag zu erzählen, den real erlebten und den im Kopf durchlebten, aber das würde im Nu langweilen und diesen Artikel zu einem echten Weblog-Artikel eines Tagesbuchs werden lassen, dessen Sätze durchaus für andere belanglos sein können. Nur so viel, auf das sich jeder an seinen eigenen letzten Fiebertag erinnern kann…
Ich stehe früher auf als sonst, weil ich nach der ersten Bürotranche wieder mal Arbeit im Musterlager vor mir habe, um mir dann vor Ort einen Kopf über gefühlt tausend mögliche Projekte und noch mehr gescheiterte zu machen: Der Gang dahin ist immer die Reise in eine Geschichtenkiste, weil dabei immer Dinge zum Vorschein kommen, welche an längst vergangene Zeiten erinnern und eine Geschäftswelt aus dem Museum – dabei ist das unter Umständen nur zehn Jahre her…
Zuhause wartet das gestern abend zu Boden gekrachte Bild auf die Beseitigung der Scherbenflut – es wartet noch immer, ist aber nun in Sicherheit gebracht (das Bild, die Scherben noch nicht). Ich sortiere dann die zu machenden Offerten, esse wunderbar zu Mittag, nachdem ich dafür nur zudienen musste und schon an den Tisch sitzen kann. Anschliessend wühle ich mich durch einen Wust von Argumenten bissiger Kunden, welche einfach jeden Kostenfaktor zu interpretieren gewillt sind – zumindest in die eine Richtung. Manchmal läuft mir an solchen Bürotagen der Kopf heiss, weil alle Dokumente irgendwie da sind und doch immer wieder erst greifbar gemacht werden müssen, nur um dann um die nächste “richtige” Formulierung zu ringen. Manchmal frage ich mich, wie viel grösser mein Beitrag für die Kunden wäre, ich würde meine Meinung ungeschminkt einbringen – und dies würde auch noch akzeptiert und bedacht – man könnte richtig von einander lernen, wobei ich auf entsprechende Avancen an mich selbst durchaus erpicht wäre.
Dann erfahre ich von Freunden viele kleine Geschichten von grossen Unfällen der Enkel: Ist man mal Vater oder Mutter, so hört das Sorgen nie auf.
Zuhause dann buchstabieren wir uns die Pendenzen vor: Diejenigen, die wir noch immer mit uns mit schleppen und jene, die unweigerlich noch auf uns zukommen. Wir fühlen uns hin und her gerissen zwischen Möchtegern und Mussnochmachen, und Job wie Freizeit, das ganze Internet sowieso, ist ein ständiges Fluidum an Informationen, Reizen, Schnipseln an Emotion, Information oder Kontemplation, und alles, wirklich alles, schiesst uns irgendwie zu Kopfe und da auch hinein, wohin auch immer. Ist es da ein Wunder, wenn ich mich fiebrig fühle?
Und morgen? Bin ich vielleicht der Master Of The Universe, und nichts, wirklich nichts, kann mir etwas anhaben. Die Wahrheit liegt, hoffentlich, auch für mich irgendwo in der Mitte…
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