Es soll wieder lichter werden
Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne.Aus China
Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Mir fällt das oft selbst schwer genug...
Wie wenig Wind braucht es doch, dass sich die Wasseroberfläche schon zu kräuseln beginnt! Geschieht das am Tag, so beginnt das Sonnenlicht auf dem Wasser zu tanzen. Der Lichtteppich zerspringt in hüpfende, tanzende und dabei blendende Kreise, wie Seifenblasen, die nicht platzen wollen.
Und in der Nacht? Sterne leuchten nicht so hell. Sie sind mehr Lichtpunkte am Himmel, oft gar nur eine Erinnerung, dass sie mal da waren, so weit weg sind sie, dass sie vielleicht schon verglüht sind, wenn ihr Licht uns erreicht. Und dann ringt dieses Licht auch noch mit schaukelndem Schwarz, droht zu ertrinken, verborgen vor unserem Entdecken, das wir nach und nach verlernen, wie ein Handwerk verlernt wird:
Unsere fehlende Achtsamkeit ist Leben, das schwindet. Und würden wir es bemerken, so vermissten wir es mehr, als eine Veränderung in unserem Alltag, die wir vielleicht gerade bedauert haben.
Oft aber liegen unsere Seen und Weiher gerade abends besonders still da, als lauschten sie unserem Schlaf. Denn wir wissen nichts davon, wir wollen die Nacht nur als Schatten des Lichts, das wir ihr entgegen halten, kennen. Und fürchten sie.
Wir gehen nicht raus zum dunkeln Weiher. Ja, wir legen nicht mal den Kopf in den Nacken, um hoch zu schauen zum Baldachin unsäglicher Weite, mit Gestirnen, die seit Ewigkeiten vergehen, lange vor und nach dem wir selbst gestorben sind.
Wir verwechseln die Ruhe mit Schlaf. Dabei ist der selten traumlose Schlaf nur eine Art Unruhezustand, der scheinbar ohne uns auskommt und doch in uns tobt.
Aber draussen am Weiher, da müssten wir den Lärm in uns jetzt aushalten, den irritierenden Krach, der plötzlich absurd ist und der ein Stück unseres Elends erzählt, wenn wir es einfach nicht schaffen, ihn abzuschalten. Unser Kopf ist wie ein Fernseher, den man nicht ausschalten kann. Und so verschlucken wir ständig Licht, das uns genau so gut hätte erreichen können, wie andere Menschen auch, die den Knopf wieder gefunden haben. Den Einschaltknopf zum Abschalten.