Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


ERWARTUNGEN

∞  3 November 2004, 08:41

„Pflicht ist das, was man von anderen erwartet.“

Oscar Wilde

Pflichtbewusst zu sein, ist eine Tugend.

Aber die Welt ist voll von Menschen, die sich mit sehr viel Energie mit Ihren Erwartungen an die Umwelt beschäftigen und in ihrer Umgebung Wohlverhalten entsprechend ihren eigenen Vorstellungen einfordern.

Pflichtbewusstes Verhalten ist meist tradiertes, anerzogenes Verhalten und dann manchmal Teil eines Gefängnisses, aus dem man nicht heraus findet: Dann funktioniere ich ein Leben lang so, wie „man“ das von mir erwartet, egal wie unglücklich ich dabei bin.
Manchmal wäre es besser, ich verhielte mich mehr nach meinem inneren Gefühl und kümmerte mich weniger darum, was „man“ zu tun hätte.

Hörst du den Satz: „Man tut so was nicht.“, so ist Vorsicht geboten und die Frage liegt nahe: „Warum?“ Die Antwort, so ich sie dann überhaupt kriege, spricht dann oft für sich selbst.
„Das macht man einfach nicht.“
Mit einem bereitwilligen „Warum?“ als Frage zu all meinem Tun herum zu laufen, kann sehr anstrengend sein. Ich sollte dabei vor allem darauf achten, dass ich diese Frage mehr mir selbst gönne und mein Verhalten damit hinterfrage, als damit meine Umgebung zu drangsalieren – und damit mit Recht nicht weit entfernt vom moralisierenden Pflichtenbewahrer angesiedelt zu werden.

Aber generell kommt die Frage: „Warum?“ in meinem Leben viel zu wenig vor.
Nicht wahr,
Thinkabout?

thinkabout.myblog.de vom 3.11.04