Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Ein Schluck zuviel

∞  11 August 2007, 22:32

Beim Abendessen auf der Terrasse habe ich es nun also auch erlebt, das Lieblingshorrorszenario einer Abendschlemmerei im Sommer:

Nichtsahnend führte ich das Boccalino mit dem Chianti zum Mund. Er passte hervorragend zu den Spaghetti an Tomaten-Peperoncini-Sauce und wartete gekühlt am Grund des tönernen Trinkgefässes darauf, meinem Gaumen zu schmeicheln.

Leider war mir eine Wespe zuvor gekommen, die sich mir erst beim Trinken vorstellte: Sie hatte sich ganz offensichtlich an der Innenseite des Bechers verkrochen, so dass ich sie nicht sah, aber sogleich das Kitzeln an den Lippen und sofort danach den Stich spürte. Reflexartig spuckte ich den eben eingezogenen Wein wieder aus, leider nicht erst nachdem ich den Stuhl zurückgestossen und den Kopf zur Seite gewendet hatte…

Das Resultat war ein Schlachtfeld: Rotweinspritzer auf dem ganzen Tischtuch, eine tote Wespe auf dem Boden, die nicht lange genug gelebt hatte, um einen Rausch zu erleben, vielleicht aber leicht betrunken in den Tod ging – es wäre ihr zu gönnen – und Thinkabout, der einen peinlichen Moment zu lange brauchte, um sich wieder zu beruhigen. Ich sah mir schon Schwellungen an den gefährlichsten Stellen bevorstehen und überlegte krampfhaft, wie allergisch ich eigentlich das letzte Mal auf Wespenstiche reagiert hatte?

Dann dämmerte mir, dass ich wirklich nur einen Stich in die Lippe und nicht tief in den Mund abgekriegt hatte und dass damit nichts wirklich Schlimmes passieren konnte. Gegessen hatte ich auch fertig, also stimmte auch das Timing…

Nun, ich sitze jetzt also mit einer Art Gratis-Miniration Botox in meiner sonst eh viel zu schmalen Oberlippe auf dem Sofa und bin ganz entspannt.

Mich abzulenken gelingt mir dank meinem neuen Laptop, den ich hiermit auch hier im Blog einweihe, ganz ordentlich.

Blabbern kann ich nun eh nicht so richtig, aber dafür ganz sicher ganzsch voll doll küschen, nur habe ich davon nicht so viel, denn es fühlte sich wohl so an, als würde ich mit meinen Vorderzähnen Thinkabouts Wife einen voll gepumpten Gummischlauch ins Gesicht drücken. Ist nur bedingt sexy, vor allem wenn die Bocchalini nicht nachgefüllt wurden. Ich lasse es daher lieber bleiben. Vorläufig. Wieder einmal war sie die Ruhe selbst. Die wahren Helden sind eh die Frauen. Unsere Frauen, natürlich.



Bildquelle: bba.de, die gemeine Wespe