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Düsseldorf - Weiteres Chaotenpotential stürmt in die Bundesliga

∞  16 Mai 2012, 00:02

In Düsseldorf hat heute abend wieder mal ein Verein versucht, ein entscheidendes Fussballspiel durchzuführen. Nach bengalischen Feuern und Böllerschüssen, Knallpetarden aus beiden Fansektoren, musste das Spiel ein erstes Mal unterbrochen werden.

Danach wurde weiter gespielt, nachdem der Fansektor von Hundertschaften von Polizisten abgeriegelt wurde. In der Folge fehlten diese Ordnungskräfte dann im weiten Rund des Stadions, und fünf Minuten vor Schluss standen die Zuschauer an der Seitenlinie – um dann zwei Minuten vor Abpfiff das Spielfeld zu stürmen.

Nach unendlich langer Zeit gelang es, das Spielfeld wieder zu räumen – und die Berliner spielten bei einem Spielstand weiter, bei dem sie noch ein einziges Tor brauchten. Doch, Hand aufs Herz: Wohl kein Berliner hat sich mehr wünschen können, dieses Tor auch zu schiessen – denn wie, bitteschön, hätte man da als Gästespieler danach heil in die Kabine kommen wollen?

Düsseldorf ist in die Bundesliga aufgestiegen. Es kann ein weiterer Club willkommen geheissen werden, der seine Fans nicht unter Kontrolle hat. Dass das im Grunde auch gar nicht möglich ist, hat man heute abend gesehen: Es ist wohl schlicht so, dass ein leider viel grösserer Teil, als uns eingeredet wird, in der Gesellschaft eine immer tiefere Frustrationstoleranz hat, und Enttäuschungen mit Gewaltausbrüchen “verarbeitet” werden. Es fehlt auch die letzte Ächtung dieses Verhaltens und der rigorose Durchgriff. Wir verrohen zusehends, und bei solchen Veranstaltungen wird das überdeutlich. Wieder einmal wurde eindrücklich vordemonstriert, wie ein Mob entsteht, und wie selten dämlich darin der Einzelne zum Deppen wird. Zum Deppen, der andere das Fürchten lehrt.

Das ganze wird wohl noch Konsequenzen haben, es wird Geldstrafen regnen, aber was weiter? Und wie will man eine solche Situation sportlich gerecht auch lösen? Das ist gar nicht mehr möglich. Der Sport hat heute abend eine ganz bittere Niederlage erlitten, und uns wurde wieder mal ein Spiegel vorgehalten. Uns allen. Denn distanzieren von “denen da unten auf dem Rasen” reicht nicht. Es reicht schon lange nicht mehr.