Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Dinge wachsen lassen

∞  2 November 2011, 18:30

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.


Aus Sambia



Im Gegenteil: Sie riskieren, dass es bricht – oder, noch schlimmer – dass Sie es ausreissen.

Also nur giessen. Und warten. Tatenlos zusehen, wie die Zeit vergeht – womöglich, ohne dass sich regelmässig verfolgen last, dass die Sache auf gutem Weg ist. Wir machen uns derweil zum Affen. Geraten völlig aus der Balance, weil ein Rückruf nicht funktioniert: Ständig besetzt.

Es mag esoterisch rüber kommen, aber manchmal ist die verordnete Kunstpause, die uns als Gevatter Zufall natürlich stets einen schlimmen Streich spielen will, wie wir überzeugt sind, am Ende ein Vorteil: Bei jedem Geschäft braucht es auch ein bisschen Glück, das richtige Timing, den offenen Kopf, der sich gerade mal gern von Ihnen mit was Neuem ablenken lässt, den verspäteten Rückruf, in dessen Erwartung eine zusätzliche Information die Situation grundlegend verändert. Und: Ein Radenteppich, der langsam wächst – den kann man sich umgekehrt auch dichter vorstellen, nicht wahr? Strapazierfähiger und doch weicher, tragfähiger. Wie die Geschäftsbeziehung, die sich nach und nach entwickeln kann.

Es gibt auch die Gärtner, die partout die Arbeit nicht sehen und alles, wirklich alles gerne Mutter Natur überlassen. Die geben noch so lange zusätzlich Wasser, bis das Unkraut so hoch steht, dass Sie, natürlich, nicht er, hingehen, und es ausreissen. Damit ER einen besseren Rasen bekommt.

Das Wort will auch sagen: Man muss sich nicht um alles immer kümmern. Im Gegenteil: Produktivität, Produktion, Entwicklung hat immer damit zu tun, einer Sache das Beste von sich mitzugeben, und dieses Beste dann in anderen Händen, einer anderen Obhut, wirken zu lassen.

Aber wir wollen halt auch die Meriten einsammeln, nicht wahr, und darum soll am Ende der Nutzniesser und erst recht der Käufer wissen, wem er was zu verdanken hat. Das ist dann doch beim Rasen ganz schön: Für den satten Rasen werden wir gelobt. Petrus und Mutter Natur stören sich scheinbar nicht daran, wieder mal in der Lobhudelei vergessen zu gehen. Dabei hat es den besonderen Hauch der Erdung und nährt das Gottvertrauen: Mit Demut für den Erfolg, das gute Ergebnis zu danken. Immer gab es da Kräfte, die das Ihre taten, um mir das gute Ende zu ermöglichen.