Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Vielfalt der Schweiz in ihrer Enge

∞  18 September 2012, 19:48

Tessiner Weintrauben – sie wachsen “unkultiviert” auf tausenden von Pergolas in den Sonnentälern des Südens der Schweiz – und werden von den Einheimischen oft geschmäht, der harten Schale und des “herben” Geschmacks wegen. Ich aber sitze unheimlich gern inmitten dieses Blattwerks, das einen so wunderbaren Schatten spendet, und atme den süsslichen Geruch der reifenden Trauben ein.

Immer wieder stelle ich verwundert fest, wie nah in der Schweiz der Zauber und die Krux unserer kurzen Distanzen zusammen liegen: Drei Stunden Fahrt von Zürich, und wir sitzen in einer anderen Welt, unter Weintrauben. Daneben wächst eine Palme, und an den Waldrand schmiegt sich ein Weiler mit alten Tessiner Steinhäusern.

In der Schweiz wird es vielen Menschen eng – der Siedlungsdruck nimmt zu – aber der schnelle Wechsel landschaftlicher Schönheiten ist noch immer atemberaubend. Wäre die Motivation, sich gegen zu hohe Einwanderung zu wehren, in der Erhaltung der natürlichen Reservate der Schweiz begründet, so wäre jede entsprechende politische Initiative zu begrüssen und zu unterstützen. Sie müsste und würde dann auch zu einer Forcierung des verdichteten Siedlungsbaus führen – nicht nur, weil die Bodenpreise gar nicht mehr zu bezahlen sind, sondern weil schlicht die Vernunft danach ruft.