Die Objektivität, die abhängige und gekaufte
Der grösste Automobilclub Deutschlands steckt in der Krise. Beim ADAC haben sie Umfragen gefälscht. Der gelbe Engel sollte gekürt werden, das Auto des Jahres – nur waren die ausgewiesenen Stimmen um das zehnfache höher als wirklich abgegeben. Da sollte sehr viel mehr Interesse an einer Umfrage suggeriert werden, die der Verband kreiert hatte, nicht zuletzt um das eigene Image zu fördern und gleichzeitig die beiden Antipoden der eigenen Existenzberechtigung anzuziehen: Die Autoindustrie und die Autofahrer.
![]()
Erst war es nur ein gleichmässig geschöntes Ergebnis – wenn jeder zehnmal mehr Stimmen erhält als wirklich abgegeben wurden, verschiebt sich wenigstens die Rangliste nicht. Doch nun stehen längst schon getürkte Umfragen, Testergebnisse und die Bevorzugung einzelner Marken zur Untersuchung an, und es wird bekannt, welche Gefälligkeiten ehrenamtliche Repräsentanten des Clubs beanspruchen konnten bzw. aufs Auge gedrückt bekamen.
Allgemein ist die Entrüstung gross – und wir alle können uns auch blöder stellen, als wir doch tatsächlich auch sind. Wir Männer verschlingen Autozeitschriften, lesen Testberichte von Neuwagen, um danach nie schlauer zu sein als zuvor – oder hat schon jemals jemand einen wirklich klar Position beziehenden Testbericht gelesen, der nicht Platzhirschverhältnisse bestätigt hätte? Da wird massenhaft gedrucktes Papier mit einem grossen Brimborium verkauft, und niemand soll mir erzählen, dass da nicht mit allen Tricks gearbeitet wird – und diese Tricks nicht verfangen würden, dem Ethos der Unabhängigkeit der Journalisten zum Trotz – deren Arbeitgeber vor allem davon lebt, dass Autoanzeigen im Heft erscheinen, in dem er über Automodelle schreibt…
![]()
