Mein Schreiben. Täglich.

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Mir fällt das oft selbst schwer genug...


Die Menschenkinder Brad Spence und Gage Ferguson

∞  16 Januar 2012, 17:00

Ein Sportler und sein Sponsor nach unseren Herzen.


Wir haben es ja nicht so mit berührenden Geschichten. Schnell mal setzen wir jede Emotion dem Verdacht der Rührseligkeit aus und die Medienn schlachten ja vielleicht tatsächlich nicht nur die schlechten Neuigkeiten gerne aus, sondern erst recht die schönen Geschichten.

Manchmal aber ist es einfach an der Zeit, ein Ereignis mitzufeiern und sich davon wirklich anrühren zu lassen. Die Geschichte ist live durch verschiedenste Fernsehkanäle gegangen oder hat gar zu extra-Kurzreportagen geführt. Dabei mag nicht jedes Detail korrekt überall wieder gegeben worden sein, aber in etwa so in groben Zügen ist die Geschichte abgelaufen:

Ein kanadischer Slalomspezialist namens Brad Spence hat 2010 die allergrössten Schwierigkeiten, für die enormen Ausgaben des Trainings persönliche Sponsoren zu finden. Der bei Stars so begehrte Platz auf dem Helm bleibt leer, ein sog. “Kopfsponsor” fehlt. Der achtjährige Gage Ferguson hört von den Problemen seines Idols und bearbeitet seine Mutter so lange, bis diese dem Fahrer eine E-Mail schreibt: Megan Ferguson will sein Sparschwein schlachten, immerhin 149 Dollar und 35 Cents, und für ein Rennen Kopfsponsor von Brad Spence werden.

Der Fahrer nimmt nicht nur an. Er besucht Gage mehrmals in der Schule, erzählt dort von seinem Sport und lädt Gage dann im Namen des kanadischen Verbandes zum Slalom in Wengen ein. So reist der am Asperger Syndrom leidende Junge erstmals ins Ausland und erstmals live an ein Skirennen und erlebt das tollste Wochenende seines Lebens.
Der Fahrer will unbedingt ins Ziel kommen, um seinem Sponsor unten den Tag nicht zu verderben, verbremst den Lauf ein wenig – und findet doch als letzter und damit Erststarter im zweiten Lauf Unterschlupf. Und so endet die Geschichte in einem totalen Happening, mit einem guten Resultat für Brad Spence, der den zweiten Lauf eröffnen darf und sich noch um neun Ränge verbessert – und einem beeindruckenden Portrait eines jungen Menschen mit erstaunlicher, entwaffnender und völlig selbstverständlicher Logik., umgeben von Erwachsenen, die ihn entsprechend ernst genommen haben.

Zwei Dinge finde ich an dieser Geschichte ganz besonders schön:

Slalomfahrer – fragen Sie mal die Schweizer “Cracks” – haben die ganze Saison hindurch einen extremen Kampf um die Startplätze. Die sind in keiner Disziplin so wichtig wie im Slalom, und so zählt jedes der rund 10 Rennen bereits für das nächste mit. Zwei, drei Ausfälle, schlechte Pisten – es ist in keiner Disziplin so schwierig, nach vorn zu stossen. Nirgends gibt es so viele Spezialisten, die nur Slalom fahren und entsprechend alles daran setzen, nach vorn zu kommen. Die totale Fokussierung drängt sich nirgends so auf wie in dieser Disziplin.

Und da gibt es nun also Brad Spence, mitten in dieser Knochenmühle, und dieser Spitzensportler lässt sich vom entwaffnenden Charme eines kleinen Jungen anrühren und “ablenken”. Er geht darauf ein, investiert Emotionen, Zeit und Aufmerksamkeit.
Am Ende werden alle belohnt, und das ist das zweite, das diese Geschichte perfekt macht: Der (un-)scheinbare Zufall will es, dass Spence gerade noch in den zweiten Lauf rutscht, er verdient sich ein ansprechendes Resultat und der Junge einen optimalen Auftritt als Sponsor: Meine Damen und Herren, machen Sie das mal nach: So viel Medienpräsenz für 149.35 – und jede Sekunde war verdient. Und den Schriftzug Gage Ferguson vergesse ich nicht so schnell – genau so wenig wie dieses wache Gesicht. Und vor Brad Spence ziehe ich den Hut, oder eben den Helm. Nicht nur wegen seiner Eigenschaften als Slalomfahrer.


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Links zum Nachsehen:
SF-Videoportal: Der spezielle Sponsor von Brad Spence
2DF: Wenn Träume noch wahr werden




Dieser Artikel wird auch ins mycomfor-Dossier Positive News einfliessen: Es ist der Versuch, in der enormen Flut von News-Content wirklich positiv stimmende Nachrichten zu bündeln und konzentriert zur Verfügung zu stellen: Für Zeiten, in denen wir mal wieder ein bisschen Mumm brauchen, um daran glauben zu können, dass es auch positive Energien für entsprechende tatsächliche Veränderungen gibt.