Die Korrespondenten
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Beim Schweizer Radio feiern sie heute in Bern den Tag der Ausland-korrespondenten. Alle zwanzig sollen vor Ort sein, und das Programm des Tages ist gespickt mit Geschichten und Gesprächen mit den Protagonisten.
In der Tat mag man glauben, was dabei zu hören und zu fühlen ist: Dass der Job des Korrespondenten etwas vom Anspruchsvollsten und Reichsten ist, was man als Journalist aufgetragen bekommen kann. Ein grosses Radio lebt denn auch tatsächlich von diesen Personen, welche uns Leben und Denken in fremden Ländern näher bringen. Ihre markanten Reportagen prägen den Charakter eines Senders genau so wie unverwechselbare Moderatorenstimmen.
Ich habe leider keine Zeit, mehr zu lauschen, aber ich nehme nicht an, dass an diesem Feiertag Platz ist für eine kritische Reflexion darüber, wie – der Bedeutung zum Trotz – die Tendenz zunimmt, gerade diese Aussenposten auszudünnen. Das Netz eigener Korrespondenten wird nicht nur beim SRF immer dünner, so dass immer mehr Beiträge eingekauft oder fremde Korrespondenten entlehnt werden: Es ist eine Kostenfrage. Und gerade daran entzündet sich die wohl ewige Diskussion, ob es am Ende nicht sehr viel mehr kostet, auf Korrespondenten und damit eine eigenständige Berichterstattung zu verzichten? Oder welchen Wert hat denn das redaktionelle Gesicht eines Senders?
Heute ist ein guter Tag, sich das bewusst zu machen. Die Hörer werden das auch morgen noch wissen, die Front-Journalisten wohl auch. Die Redaktionen werden den Spardruck dennoch weiter zu spüren bekommen, und das nächste grosse Korrespondententreffen hat dann wohl wieder auf einer kleineren Bühne Platz.
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