Der Kampf an der Front ist oft unnötig einsam
Es gibt Menschen, die haben einen bewundernswerten Einsatz. Sie nehmen den Kopf zwischen die Schultern und buckeln sich in den Pendenzenberg. Sie scheuen keinen Aufwand und keine Überstunde – und sie gehen davon aus, dass die Mannschaft links und rechts folgt. Aber sie finden sich irgendwann allein im Gegenwind. Und auch dies gehört irgendwie zum Gesamtbild:
Niemand ist so fleissig wie ich und so resistent gegen jede Ablenkung. Was positiv im Vergleich beurteilt wird, ist auch Grund, sich zu beklagen: Die Unterstützung fehlt, und das Wissen der Betriebsleitung fehlt erst recht. Die Fontendkämpferin ist eine einsame treue Seele, und sie wird ausgenutzt. Sie krampft sich zu Tode – und kein Schwein scheint es zu interessieren.
Nur: Der betriebene Aufwand wäre womöglich gar nicht nötig. Es würde, nähme man den Kopf hoch, sich zeigen, dass es keinen Grund gibt, sich für eine Lapalie in den Fangseilen aufzuhängen. Wird so was offensichtlich, ist das Unverständnis noch längst nicht beseitigt: Auch jetzt kann man denken, “die Firma” wisse einfach nicht zu schätzen, was man tut.
Das ist gefährlich und bringt niemanden weiter. Solchen Menschen kann das Betriebsreglement und der Arbeitsvertrag zum Segen werden:
Hallo, du hast Rechte – und übrigens wollen wir auch, dass du dich erholst.
Rödeln, um sich als Rödler unverstanden fühlen zu können? Das hilft höchstens dem Kunden, der immer unverschämtere Forderungen an den Kundenservice stellt, aber die Firmenmitarbeiter laugt es aus. Und so manche fehlende Unterstützung der Leitung hat auch mit dem falschen Stolz der Mitarbeiter zu tun, sich mit einer aktuellen Krisensituation zu outen, bekannt zu geben, welche Engpässe gerade entstehen.
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