Chinesen mögen keine Massenware
Heute lese ich, dass der Kosmetikkonzern L’Oréal seine Einstiegsmarke Garnier in China vom Markt nehmen wird. Grund: Die chinesischen Kunden würden Produkten misstrauen, die sie mit Massenware gleichsetzen.
Ist das nicht putzig? Die Chinesen rümpfen die Nase über Massenware, und wir werden von in China produzierter Billigware überschwemmt! Und das ist nicht etwa ein Aufschrei, der die Chinesen ins Pfefferland wünscht, nein, denn die machen nur, was wir von ihnen wollen. Sie liefern uns Massenware immer billiger, bzw. so lange so billig wie möglich, bis wir mit unserer Gier weiterziehen nach Kambodscha oder Bangladesch. Ich war gestern beim Detailhändler, um ein paar Büroartikel in der jährlichen Aktion zu Jahresanfang einzukaufen. Unter anderem benötigte ich Heftklammern und Klarsichtmäppchen für Bundesordner. Made in China, wohin das Auge blickt. Die Palette der Produkte für den Alltagsgebrauch, die wir aus Fernost beziehen, dehnt sich laufend aus – und das Ergebnis ist immer das gleiche: Die Nivellierung gegen unten verläuft ungebremst bis zum Ramschniveau. Auf dem Weg dahin wird erst die Marge so hoch wie irgend möglich gehalten, bis sie unter der Konkurrenz so sehr zusammen schrumpf, dass man am Ende für den maximal erzielbaren Absatz viel weniger Geld bekommt als zu Beginn – denn Heftklammern können Sie ja nicht essen, und irgendwann haben sie genug davon, auch wenn sie vielleicht eher mal im Spender verklemmen als in früheren Jahren. Aber wir halten ja nicht bei einfach zurecht gebogenem Draht, wir ziehen das weiter und haben Knoblauch und Hühnerschenkel aus China im Regal – während sie in China nun also keine Kosmetikprodukte mehr wollen, auf denen Garnier drauf steht…
Da hat man dort drüben uns was voraus, irgendwie:
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Artikel im manager magazin online, mit einer Randbemerkung: Leider ist der Artikel mit auf diesem Niveau bis vor kurzem haarsträubenden grammatikalischen Fehlern durchsetzt… auch daran müssen wir uns wohl gewöhnen.
(gefunden wie mycomfor )
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