Abschied in den Frieden - II -
Seit Stunden suchst du deine Ruhe. Trotz unterstützender Spritze suchst du die Stellung, die dir Ruhe schenkt. Ich suche mit dir. Mit viel Kissen? Ganz ohne scheint viiiel besser zu sein.
Ein Kampf? Ich habe zum Glück nicht so viel Mühe und sehe es mehr so, dass deine alte und deine neue Welt noch ein wenig in dir rangeln. Und im Geist spielt sich vielleicht Ähnliches ab, wie wenn wir einen unruhigen Traum haben, in den wir immer wieder zurückfallen, sobald wir wieder wegdösen.
Was ist für dichnoch oder schon real, was hält, was lockt?
Angst? Scheinst du nicht zu haben.
Bin ich dir mit meinen Hilfestellungen wirklich eine Hilfe, oder mache ich dir gerade mit diesen Gesten den Abschied schwerer? Wer lässt da wen allein? Dass du da drüben allein sein wirst – der Gedanke kommt mir einfach nicht. Und mich lässt du nicht zurück. Du hast mich auf die Füsse gestellt und ich wandere längst durch mein eigenes Leben.
Du gehst einen Weg voraus, auf dem wir alle folgen werden, und ich will dich gehen lassen, will, dass du den Grat erreichst, an dem dir keine Schwerkraft mehr Angst machen könnte und du einfach weiter gehen willst, ohne weiteren Blick zurück.
Du siehst häufiger zur Decke. Sie ist weiss und hell und dein Gesicht bekommt dann einen staunenden Ausdruck. Wie schön das wäre, wenn bald eine Art Neugier dich hinüber gleiten lässt, und unsere Traurigkeit noch mehr hinter diesem Wunsch zurück bleiben und sich wandeln kann in die geteilte Erlösung eines neuen, einmaligen Ankommens.
Jetzt liegst du ganz ruhig. Wie unglaublich schön und friedlich das ist. Ich sehe kaum aufs Tablet durch meinen Tränenschleier. Aber vor mein eigenes Ego, das den Verlust in den Vordergrund stellen möchte, stellt sich das tiefe Wissen und Fühlen, wie gütig die Freude ist, die ich gleichzeitig empfinde.
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