Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


2011-04-08: Nachgedanken zum Tagen und Blochern

∞  8 April 2011, 18:00


Vor dem Tag und danach


Es ist bestimmt segensreich, den Tag mit ein paar stillen Momenten zu beginnen. Die Geister sammeln, die Gedanken begrüssen, nochmals innehalten, bevor die Rastermaschinen in unseren Köpfen anlaufen.
Was mir an Hape Kerkelings Buch “Ich bin dann mal weg” ganz besonders gefallen hat, ist die “Erkenntnis des Tages”, mit der er jeden Tageseintrag abgeschlossen hat. Es lässt sich erkennen: Das Einfache ist nie banal. Das Besondere aber ist immer, den Tag abschliessen und in Frieden zu Bett gehen zu können.
Und ich frage mich gerade: Was ist das wirklich Grossartige an einem Tag? Dass er “besonders” war? Oder vielleicht gar, dass er nicht besonders sein musste, um sich gut anzufühlen?



Blocher wieder auf allen Kanälen


Blocher hat wieder eine Mission. Der Siebzigjährige wird gerufen. Es braucht ihn. Er kandidiert für den Ständerat, und auch gleichzeitig für den Nationalrat. Die Schweiz wird nach ihm verkauft, verhökert, verraten. Und die Medien fressen den Köder sofort. Blocher schon kurz nach der Presseerklärung im Echo der Zeit am Donnerstagabend im Interview, und auf Tele Züri im Talk täglich. Es wird wieder alles so ablaufen, wie wir es schon lange kennen – und beinahe mal vergessen durften. Blocher zieht alle Reibung auf sich. Die einzige Frage, die sich in den nächsten Monaten stellen wird:

Gibt es am Ende immer mehr Menschen, die des alten Mannes langsam aber sicher überdrüssig werden? Kommt der Moment, wo die geschickte parteipolitische Strategie aus dem Mund des Chefstrategen selbst hölzern wirkt? Und dabei hat der alte Mann auch mich schon wieder erwischt. Denn auch ich habe hiermit schon über ihn geschrieben. Zwar “nur” im Format der “Nachgedanken”. Aber er war mir diese Zeilen wert, sie flogen nur so in die Tasten. Und dabei weiss ich gar (noch) nicht, wer eigentlich gegen ihn antreten wird, in den Ständeratswahlen. Bezeichnenderweise wurde es im Echo der Zeit auch nicht erwähnt. Es hiess nur, er müsste sich da gegen etablierte bestehende Ständeräte behaupten [es sind Verena Diener und Felix Gutzwiller].