Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

Mir fällt das oft selbst schwer genug...


2011-04-06: Nachgedanken zu Patientendasein und Cricket

∞  6 April 2011, 18:00


Vom Betroffenen zum Begleitenden


Also: Manchmal ist es wirklich einfacher, selbst auf der Behandlungsliege zu sein, als nur begleiten zu können. Kaum habe ich über meine Schmerzen geklagt, sind sie auch nicht mehr wichtig. Denn was ich vorher schon wusste, ist heute endgültig bestimmend: Mein Fokus gilt heute einem Freund. Und schon höre ich mich, wie ich mir eingestehe: Für DIESES gute Gelingen würde ich herzlich gerne noch sehr lange mit meinen eigenen Schmerzen klar kommen wollen.



Cricket-Euphorie in Indien


Ich bin nun wirklich ein sportbegeisterter Mensch. Aber fragen Sie mich nicht nach den Cricket-Regeln. Ich weiss nur eines: Dieses Spiel dauert laaaaange, es bleibt Zeit für manche Tasse Tee, und ich könnte auf das Scoreboard schauen und doch nicht wirklich deuten können, wer denn nun führt. Ich bin also eine Banause – in den Augen aller SriLanker, Inder, Pakistaner, Engländer, Australier etc… Richtig: Cricket ist ein Commonwealth-Sport. Mehr als Rugby hat dieser Sport bis heute ein Nationalidentiäten beflügelndes Flair in allen angelsächsischen Gesellschaften und “ihren” ehemaligen Kolonien. Und es gibt wenig, das einen hoffnungsfroher stimmt, als wenn es Pakistaner und Inder schaffen, einen “WM-Halbfinal” ohne Ausschreitungen zu absolvieren. Nicht zuletzt die Spieler benützen solche Gelegenheiten schon mal, um zu demonstrieren, dass man sich doch auch brüderlich verbunden statt feindlich getrennt fühlen könnte. Aber schauen Sie doch selbst, wie Cricket-Begeisterung aussehen kann:

Hier bei Big-Picture, gefunden via



Solisten produzieren wenigstens Schlagzeilen…


Es war nicht anders zu erwarten: Die Reaktionen in der Presse über den Doppelrücktritt von Frei und Streller aus der Fussballnationalmannschaft sind sehr unterschiedlich. Immer wieder werden die Meriten der Spieler betont, die sie sich erworben haben. Davon kauft man sich in der Gegenwart aber nicht mal eine Zwiebel. Und immer wieder erstaunt mich eines: Wie selten davon gesprochen wird, wie wichtig die Teamfähigkeit eines Spielers (und zwar auch hier die aktuelle) für den Mannschaftssport Fussball ist. Aber eben: Wenn das Team der Star ist, dann ist das nicht förderlich für fette Schlagzeilen. Aber vielleicht ja einem echteren Wir-Gefühl auf den Rängen zuträglich?