Thinkabout bald neu
Liebe Leserinnen und Leser,
Als ich vor wenigen Wochen das zehnjährige Jubiläum von Thinkabout beging und ich ankündigte, dass zukünftig nicht mehr unbedingt jeden Tag was Neues hier zu lesen sein wird, war das zwar schon ernst gemeint – aber so lange Lücken sollte es nicht geben.
Allerdings habe ich Ihnen auch eine Nachricht unterschlagen – nämlich die, dass ich gleichzeitig an einem neuen Auftritt für Thinkabout arbeite.
Nun, wie immer bei solchen Projekten, ist in der Schlussphase dann ziemlich viel los, und statt hier den Content zu füttern, floss mehr Energie ins neue zu errichtende Haus.
Noch ganz wenig Geduld, dann geht es los.
Die Artikel hier gehen nicht verloren, keine Angst.
Einer der Gründe für den Wechsel ist die stetig wieder harkende Kommentarfunktion – und ausserdem möchte ich die Artikel mehr nach klassischen Ressorts gruppieren und die Verschlagwortung umgekehrt weglassen – kaum jemand forscht nach ihnen, und eine Suchfunktion reicht aus.
Und am neuen Ort werde ich mich mit Lust und Freude auch wieder den Einwänden widmen, welche allenfalls geäussert werden, oder mich über Zustimmung freuen. Und da dieses Blog sehr breit in der Themenwahl ist, wird es den Lesern möglich sein, künftig vermehrt gezielt in den Ressorts zu suchen, die sie wirklich interessieren.
So, damit ist genug gesagt für den Moment. Ich hoffe, Sie bleiben mir als Leser erhalten!
Freundliche Grüsse
Thinkabout
Ein demokratischer Adventssonntag
Wir haben schon wieder den ersten Advent. Und wie immer ist das der Tag, an dem wir unseren Plastikbaum schmücken. Mittlwerweile brauche ich das nicht mehr zu erklären. Er nadelt nicht, braucht kein Wasser, ist absolut regelmässig gewachsen und wird nicht trocken und spröde. Und wir können ihn mit soooo viel Schmuck und … jaaah, auch mit Tand behängen.
Und wie gefühlt jedes Mal, ist auch dieses Jahr dieser Sonntag wieder ein Abstimmungssonntag mit Volksabstimmungen zu politischen Sachfragen. Auf jeden Fall habe ich mich bei der stundenlangen Beschäftigung mit unserem Bäumchen dabei erwischt, wie ich die immer wieder gleichen Gedanken wälzte:
Dieser Tag ist für mich immer ein Grund für grosse Dankbarkeit. Immer wieder denke ich, während ich die Nachrichten und Kommentare über die Ergebnisse höre, was für ein unglaubliches Privileg wir haben, in einem Staat mit so viel direkter Demokratie zu leben.
Dieses Mal bin ich mit den Ergebnissen sehr glücklich, aber diese Dankbarkeit gilt auch für jene Sonntage, an denen ich zu den Verlierern gehöre. Diese Abstimmungsvorlagen bringen es naturgemäss mit sich, dass wir alle immer mal wieder zu den Verlieren gehören. Und das ist so heilsam und wichtig! Denn es bedeutet, dass sich die Politik und unser politischer Umgang mit Andersdenkenden immer in einer gewissen Konzilianz abspielt: Die Minderheit von heute ist womöglich die Mehrheit von morgen, und die Parameter für eine pragmatische Sachpolitik können sich im Lauf der Jahre ändern. Genau diese Art von Wechselspiel führt dazu, dass sehr oft eine Mehrzahl der Stimmberechtigten einem gewissen Pragmatismus folgt. Es wird praktisch nie nach dem Parteibuch abgestimmt – es kann auch gut sein, dass eine Kantonalpartei bei einer eidgenössischen Vorlage eine Ja-Parole beschliesst, während die nationale Mutterpartei dagegen ist. Schlussendlich muss immer argumentiert werden.
Und so haben sich diesen Sonntag die Schweizer Stimmbürger gegen eine starr und sehr eng begrenzte Zulässigkeit der weiteren Zuwanderung entschieden, sie haben die Goldinitiative abgelehnt, welche der Nationalbank grobe Schranken bei der Geldpolitik auferlegt hätte, weil sie zusätzlich zum Eingriff am Devisenmarkt immer auch noch ihre Goldbestände hätte aufstocken müssen – und die Schweizer haben es abgelehnt, die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer abzulehnen: Die Kantone können weiterhin eine solche vorsehen und anbieten – oder es ablehnen.
Und wir schmücken weiter unser Bäumchen. Wenn wir uns drunter setzen, dann tun wir das im Bewusstsein, Stimmbürger zu sein. Nicht nur Wähler.
![]()
Gratwanderung in Lille
In diesen Minuten beginnt der Final im Davis Cup zwischen Frankreich und der Schweiz. Was ein Kräftemessen auf höchstem Niveau werden könnte, ist vor allem anderen vor allem eine Gratwanderung des Haupt-Protagonisten: Roger Federer riskiert seine Gesundheit.
Jahrelang nur in Notfällen wirklich Teil des Teams, weil die hauptsächlichen Ziele und die Energiereserven nichts anderes zuliessen, entschied sich Roger Federer dieses Jahr, voll mit dem Team mit zu ziehen – um nun im Final die Potenzierung dieses Spagates vollziehen zu müssen:
Er tritt an trotz Rückenverletzung – und riskiert dabei seine Gesundheit. Ich kann das aus der Distanz natürlich nicht wirklich beurteilen, aber die Gefahr ist doch gross, dass Federer unter dem Druck, für ein ganzes Team spielen zu “müssen”, seine Belastungsgrenzen überschreitet und damit den Rest seiner Karriere riskiert: Verschlimmern sich seine Rückenprobleme, so ist das Australian Open gefährdet und der Abstand zur absoluten Spitze würde vielleicht endgültig zu gross.
Federer hat noch nie einen Match vorzeitig aufgegeben – bei mehr als 1200 Spielen auf der Profitour! Und ganze dreimal trat er zu einer Partie nicht an. Für den ATP-Final konnte er das noch für sich entscheiden, und das war schon wahnsinnig schwer. Aber jetzt – für ein Team spielend?
Dabei wollen wir ehrlich sein:
Keinem Menschen käme es in den Sinn, eine Tenniskarriere wirklich daran zu messen, ob der Davis Cup gewonnen wurde. Zu sehr hat der Wettbewerb an Bedeutung in den letzten Jahrzehnten verloren. Wer weiss denn noch, wer letztes Jahr das Gewinnerland war? Oder vor zwei Jahren? Davis Cup – das is ein wichtiger Anlass, um den Tennissport in den einzelnen Ländern zu fördern. Er ist stimmungsvoll und ein grosser Sport-Event. Er stellt für die Spieler der zweiten Garde der Schweizer einen Karrierehöhepunt dar und schafft eine finanzielle Basis, mit der sie den Spitzensport weiter finanzieren können. Aber damit hat es sich dann auch.
Ich hoffe sehr, dass alles gut geht – und damit meine ich nicht den Schweizer Gewinn des Davis Cup.
![]()
Bauarbeitermittagspause
Kurzeinkauf über Mittag beim nahen Denner. Vor mir haben an der Kasse die Bauarbeiter der nahen Baustelle ihre Packen Brote und Fertigprodukte in der Hand. Und dann gehen sie vor mir her, die Köpfe in die Krägen der Fleece-Jacken gezogen, zu den Autos am Strassenrand, und einer nach dem andern verschwindet in den Fahrerständen und schlägt die Türen zu. Man bläst sich in die Handflächen und klamme Hände werden nun die Esswaren auspacken und auf den Ablageflächen unter der Frontscheibe auslegen. So sieht Mittagspause tausendfach für Handwerker und vor allem Bauarbeiter aus.
Ich stelle mir vor, wie sich meine Knochen anfühlen würden, wenn ich die letzten dreissig Jahre nicht nur bei Wind und Wetter draussen hätte körperlich arbeiten müssen… Und diese Art Mittagspause, mit der man sich ja auch nicht den bescheidenen Lohn vom Brot essen will, macht den Job auch nicht gerade attraktiver.
Darum: Ein Kompliment den älteren Männern unter den orangen oder gelben Schutzhelmen – sie leisten sehr viel und müssen eine grobe Härte gegen sich selbst mitbringen.
![]()
Die Enge der Schweiz
Egal, ob ich von Deutschland oder Frankreich aus auf längeren Autofahrten zurückkehre in die Schweiz – ich mache immer wieder eine sehr ähnliche Erfahrung:
Das letzte Stück Autofahrt ist hart. Sobald ich die Schweizer Grenze passiere, verändert sich der Charakter der Reise: Der Verkehr nimmt zu, die Strassen wirken enger, und es gibt kaum mehr ein Stück Fahrt, auf dem man sich erholen kann.
Das Autobahnnetz ist perfekt ausgebaut, und unter dem Strich gelangt man ähnlich schnell wie in Deutschland oder Frankreich von A nach B, ja, es mag sogar weniger so richtig heftige Staus geben bei uns. Aber die Verkehrsdichte sinkt auch kaum je unter ein gewisses Niveau. In der Schweiz drängt sich alles. Es ist der Preis unserer hohen Mobilität, mit der wir immer wieder erfahren können, wie schnell wir quasi die Landschaft wechseln können: Von Zürich aus sind Alpenpanoramen, Langlaufpisten, Palmenhaine innert weniger Stunden erreichbar. Nur eines gibt es nicht: Weite Landstriche, durch die man auf der Autobahn surfen kann, getragen von eben diesem Eindruck einer gewissen Weite und Freiheit.
Dem Schweizer sagt man nach, dass er manchmal ein wenig eng denkt. Ich glaube, die vielfältige Welt, die wir beherbergen, hält uns sehr wohl auf Trab und schult uns im Umgang mit Neuem, aber wir sind uns wohl selbst oft nicht bewusst, wie prägend dieses Gefühl der Enge ist, das uns zuweilen überkommt – und je länger je mehr. Auf 42td qkm drängeln sich bald achteinhalb Millionen Einwohner, und dabei ist ein Drittel unserer Fläche noch nicht mal bewohnbar… Die Zersiedelung ist enorm – und sie ist ein riesiges Problem.
Die reiche Schweiz gleicht einem Bienenstock, in dem sich möglichst Viele gütlich tun wollen – und wir, die wir schon da sind, natürlich auch.
![]()
Kurz notiert: Feriengenuss
Ich sitze im Wohnzimmer und lasse meine Gedanken kreisen.
Und tippse vor mich hin.
Das meine ich nicht despektierlich.
Ich geniesse es.
In der Küche klappert Geschirr. Ich höre die Stimmen unserer Frauen, die mit dem Kochen begonnen haben. Was für ein Liebesdienst das ist, Tag für Tag! Wenn wir dann am Tisch sitzen, vor duftenden Tellern, wird aus der Vorfreude, die Genussfreude der bereits angeregten Sinne – ich esse, als wären die Speisen von Göttern zubereitet.
Und diese ruhige Stunde davor, wenn ich die Geschäftigkeit höre, selbst aber ganz die Ruhe geniessen darf – diese Stunde ist wie nichts Anderes hier Ferien. Und ich bin immer wieder neu dankbar dafür.
![]()
Kurz notiert: Spontane Eingebungen
Das Blog als Gedankenwerkstätte. Wie viel weiter könnte man seine Verwendung fassen! Kurze Notizen mit integrieren, Impulse geben und nehmen, in der Vielfalt des Lebens.
Nein, ich will dafür nicht zu Facebook. Ich will nicht ein Haus dafür zur Verfügung gestellt bekommen, mich nicht dem Vernetzen verschreiben, in ständiger Schielerei nach Followern oder Freunden. Ich will nachdenken, schreiben, leben. Und wenn jemand mitdenkt, dann gerne, aber vornehmlich ist mein Ort dafür hier. Und so wird es auch bleiben.
.
Die Düfte der Natur
Ich erlebe meine Ferien in einer einzigartig schönen Umgebung. Wenn ich mich auf meinen Spaziergang um den Weiher mache, dann fühlen meine Füsse, sehen meine Augen, hören meine Ohren – aber alles, was ich da wahrnehme, aufnehme, ist auch Teil jenes Sinnes, der bei mir am wenigsten stark ausgestaltet ist: Ich rieche was ich sehe. Und plötzlich noch viel mehr.
Die Feuchtigkeit des Grases, der weiche Boden, die knackende Nuss unter dem Schuh, das Rauschen der Pappeln im Wind, das Klatschen der Karpfenflossen auf dem Wasser, wenn sie abtauchen, bevor ich sie sehen kann. Das lautlose Verwesen der Blätter auf dem Wasser und am Boden, die knackenden Kiesel unter der Sohle, die wärmende Sonne, die das Gras noch einmal duften lässt… Ja, herrschaft nochmal – ich beschreibe Geräusche, weil ich Duft nicht wirklich beschreiben kann. Aber atmen Sie durch, atmen Sie tief und gehen Sie raus.
Die Erde an den Fingern, die Feuchtigkeit im Gemäuer – die Natur ist nicht zuletzt mit all ihren Düften um uns – und mit unseren Parfums imitieren wir Natürlichkeit, um Körpergeruch zu übertünchen. Dabei wäre weniger oft mehr, denn unser Duft ist ein Teil unserer Identität, und wenn wir uns gut riechen können, mögen wir uns auch leiden.
![]()
Die Helfer aus dem Wald
Kastanienwälder – im Tessin immer wieder Anziehungspunkt für Sammleraktivitäten im Herbst. Eine wunderbare Gelegenheit, das Sammeln von Kastanien mit einem schönen Waldspaziergang zu verbinden. Aber auch in Frankreich gibt es sie, die Kastanienwälder. Man muss vielleicht ein wenig mehr suchen, oder eben die stoischen, aber sehr netten Einwohner im Aveyron fragen, wo es denn lang geht. Eine träge Handbewegung und eine gegrummelte Kürzesterklärung, und schon sind wir auf der richtigen Fährte. Und man will ja als Tourist nicht negativ auffallen, also parkiere ich mein Auto sehr knapp am Wegrand und also nicht vor einer steilen Waldstrasse, über die kaum ein Auto, auf jeden Fall nicht meines, gelangen könnte, aber man weiss ja nie. Ich setze zurück, und das Auto steht dann auch nicht mehr auf der Strasse, hat aber doch ziemliche Schieflage…
Egal, wir gehen mal auf Kastanienjagd und kommen später mit über 4 kg Ertrag zum Auto zurück. An uns vorbei klappert ein Kleinlaster mit offener Ladebrücke den Berg hoch und ich winke freundlich. Also raus aus der Parkposition, zwei Räder stehen ja immerhin noch auf der Strasse. Doch ich habe keine Chance. Kein Grip, und ich grabe mich nur ein, und der Unterboden liegt auf dem Boden auf. Wir brauchen Hilfe, jemanden, der mich sprichwörtlich aus dem Loch zieht.
Da kommt der Postbote den Berg runter gerattert, doch er fährt mit grossen Augen vorbei ohne anzuhalten… Der Kleinlaster… die Jungs sind zehn Minuten zu früh den Berg hoch gefahren…
Ich überlege gerade, wie ich denn jetzt Hilfe organisieren könnte… wen anrufen? Da, was hören wir? Der Kleinlaster schüttelt sich den Berg runter – und hält auch an…
Die beiden Männer, die aussteigen, sehen aus, wie man sich in solcher Situation Männer wünscht: Waldarbeiter oder zumindest kräftige Handwerker sind es, und die nehmen die Sache in die Hand. Ich habe zumindest Bedienungsanleitung -und Equipement da: Darunter ein Abschleppseil, das wirklich einen Mörderhaken hat und knutschgelb ist. Und die Engel aus dem Wald haben auch schnell raus, wo denn das Ding eingehakt werden muss, und dann geschieht, was ich auch aus Australien und dem Militär immer wieder mit Erstaunen beobachte, auch wenn es einfach Physik ist: Ein sanftes Anziehen und Rucken und schon hat meine Kiste wieder festen Boden unter den Füssen.
Die Jungs wollen erst nicht mal das kleine Trinkgeld annehmen – und wir zuckeln heim. Echt Schwein gehabt. Und die Kastanien? Haben bereits super geschmeckt – also, die ersten paar hundert Gramm.
![]()
Gesellschaftsspiele
Welche Rolle haben eigentlich Kartenspiele und dergleichen in meinem Leben gespielt?
Wir haben uns als Familie nie viel zu sagen gehabt. Ich kann mich allerdings an Mittagsruhe erinnern, nach dem Essen, bei der wir in der Stube sassen und Zeitung lasen. Das habe ich genossen. Das war gemütlich, hatte was Rituelles.
Und meine Mutter trommelte Paps und mich manchmal an den Tisch um zu spielen. Dabei liebte sie Spiele, bei denen Glück eine wichtige Rolle spielte, die entscheidende. Yazy, ein Würfelspiel, Uno – ein Kartenspiel, das nur auf Glück beruht. Absolut nicht dumm, erklärte sie dennoch kategorisch, dass es ihr schlicht zu anstrengend wäre, sich zu merken, welche Karten schon gespielt worden seien. Also war Jassen, wenn wir es denn taten, ein ziemliches Spiessrutenlaufen… An Canasta habe ich da die besseren Erinnerungen…
Mit meinen Kameraden lernte ich Monopoly kennen – damals spielten das wohl alle Kinder leidenschaftlich gern. Oder fast alle. Ich staunte, wie sich dabei Kollegen verwandelten und tatsächlich eine Art Rausch entwickelten, einmal Grossgrundbesitzer zu sein, zum Beispiel. Für mich war – bei welcher Art Spiel auch immer – besonders interessant, festzustellen, wie deutlich auch ganz einfache Spiele wie Eile mit Weile offenlegen konnten, wie ehrgeizig Charaktere waren, oder eben auch nicht. Und die Spiele brachten uns an einen Tisch.
Aber ich habe die Bücher vermisst, zuhause, die Musik, die Stille. Ich selbst wäre wohl ein Bücherwurm geworden, wenn da nicht der Sport gewesen wäre: Ich war am liebsten draussen, im Quartier tollten vierzig Kinder umher, eine Dekade lag zwischen den Jüngsten und den Ältesten. Wir spielten Räuber und Polizei bis zum Abwinken, und vor allem kickten wir. Endlos. Oder bearbeiteten mit Hockeystöcken Tennisbälle, denen wir auf Rollschuhen hinterherjagten, die wir uns an die Turnschuhe geschnallt hatten.
Zuhause war ich in der Lage, ganze Westernstories mit Spielfiguren nachzuerzählen, oder, viel besser, laufend zu erfinden. Mein Kinderzimmer war eine verstellte Zone, die blühende Landschaft meiner Phantasie.
Aber Gesellschaftsspiele? Ich habe seither keinen richtigen Zugang mehr dazu. Manchmal klingt meine Mutter in mir nach, wenn ich mich mühsam an die Regeln zu erinnern versuche, und an die einfacheren Strategien beim Jassen. Aber an Canasta habe ich eine bleibend nette Erinnerung, und an ein Kartenspiel, das ich bei meinen Schwiegereltern lernte auch. Aber es ist nicht mehr als eine Erinnerung, die durch Stupser von aussen belebt werden müssten, um wieder eine Rolle zu spielen: Am Spielen zusammen ist genau diese Redewendung entscheidend: Das Zusammensein, die Personen, welche daran beteiligt sind und mit denen übers Spiel eine Verbindung entsteht oder belebt wird.
Aber ich bin mir bewusst, dass Kartenspiele und dergleichen für ganze Kameradschaften ein sehr wichtiges, kittendes und unterhaltendes Element darstellen. Und die innere Einstellung zu Sieg und Niederlage lernt man auch da kennen, bei sich selbst und bei anderen – so, wie ich beim Tennis spielen. Ja – der Sport ist mir eben in diesem Feld das Liebste geblieben.
Bücher lese ich noch immer viel zu wenig. Würde ich es mehr tun, würde ich bestimmt auch anders schreiben. Bestimmt.
![]()
