Mein Schreiben. Täglich.

Teilen Sie mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken in Prosa oder Lyrik und versuchen Sie, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.


Thinkabout bald neu

∞  9 Dezember 2014, 06:50 Kommentare [8]

Liebe Leserinnen und Leser,

Als ich vor wenigen Wochen das zehnjährige Jubiläum von Thinkabout beging und ich ankündigte, dass zukünftig nicht mehr unbedingt jeden Tag was Neues hier zu lesen sein wird, war das zwar schon ernst gemeint – aber so lange Lücken sollte es nicht geben.

Allerdings habe ich Ihnen auch eine Nachricht unterschlagen – nämlich die, dass ich gleichzeitig an einem neuen Auftritt für Thinkabout arbeite.

Nun, wie immer bei solchen Projekten, ist in der Schlussphase dann ziemlich viel los, und statt hier den Content zu füttern, floss mehr Energie ins neue zu errichtende Haus.

Noch ganz wenig Geduld, dann geht es los.

Die Artikel hier gehen nicht verloren, keine Angst.

Einer der Gründe für den Wechsel ist die stetig wieder harkende Kommentarfunktion – und ausserdem möchte ich die Artikel mehr nach klassischen Ressorts gruppieren und die Verschlagwortung umgekehrt weglassen – kaum jemand forscht nach ihnen, und eine Suchfunktion reicht aus.

Und am neuen Ort werde ich mich mit Lust und Freude auch wieder den Einwänden widmen, welche allenfalls geäussert werden, oder mich über Zustimmung freuen. Und da dieses Blog sehr breit in der Themenwahl ist, wird es den Lesern möglich sein, künftig vermehrt gezielt in den Ressorts zu suchen, die sie wirklich interessieren.

So, damit ist genug gesagt für den Moment. Ich hoffe, Sie bleiben mir als Leser erhalten!

Freundliche Grüsse
Thinkabout

Kurz notiert: Spontane Eingebungen

∞  23 Oktober 2014, 16:42 Kommentare [1]

Das Blog als Gedankenwerkstätte. Wie viel weiter könnte man seine Verwendung fassen! Kurze Notizen mit integrieren, Impulse geben und nehmen, in der Vielfalt des Lebens.

Nein, ich will dafür nicht zu Facebook. Ich will nicht ein Haus dafür zur Verfügung gestellt bekommen, mich nicht dem Vernetzen verschreiben, in ständiger Schielerei nach Followern oder Freunden. Ich will nachdenken, schreiben, leben. Und wenn jemand mitdenkt, dann gerne, aber vornehmlich ist mein Ort dafür hier. Und so wird es auch bleiben.

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Twittern als Wettkampfführung

∞  22 Oktober 2014, 20:16 Kommentare

Was Social Media heute für eine Rolle spielt, spielen kann, sieht man gut bei Spitzensportlern – einerseits pflegen sie damit ihr Image – und ihren Marktwert – manchmal aber werden vor allem Twitter-Beiträge auch dazu benutzt, vor einem Wettkampf eine erste Psycho-Front zu eröffnen. So was ist zur Zeit in einer Sportart zu beobachten, die in der Regel eher für die feine Art bekannt sein will: Tennis.

In ein paar Wochen stehen sich Frankreich und die Schweiz im Daviscup-Final gegenüber. Die Franzosen als Gastgeber haben sich bei der Unterlage für Sand entschieden, weil das Roger Federers schwächste Unterlage ist. Zudem werden er wie Wawrinka nur eine Woche zuvor noch die Weltmeisterschaft in London spielen – in der Halle auf Hartbelag. Die Umstellung ist schwierig – und in einer einzigen Woche auf den Punkt bereit zu sein, erst recht. Nun hat Federer zwei Bilder getwittert, die seine Schuhe auf Sandbelag zeigen – mit dem Hinweis, dass er für den Daviscup Sandplatztrainingstage eingestreut hat – mitten in der Hallensaison. Während die Experten darüber streiten, wie wenig Sinn so was macht und ob es überhaupt wahr sei, bestätigt Federers Coach die Trainingstage – und Gilles Simon, Mitglied der französischen Equipe und eben Finalverlierer gegen Federer in Shanghai, fühlt sich gedrängt, das französische Publikum schon mal dazu aufzufordern, den Ausländer Federer in Lille dann nicht etwa auch noch mit Akklamation zu unterstützen. Federer sei sich gewohnt, auch in Frankreich gegen Franzosen von der Hälfte der Zuschauer unterstützt zu werden, das müsse im Daviscup-Final anders sein, um ihn verunsichern zu können.

Zwei Twitterbildchen haben einen richtigen verbalen Kleinkrieg ausgelöst – und an Stelle von Federer würde ich mich amüsiert wundern, was auf diesem Weg ausgelöst werden kann. Es sind noch drei grosse Turniere, die zuvor gespielt werden – aber der Daviscup-Final ist bereits lanciert.

Die Deutsche Welle gegen Putin

∞  25 September 2014, 21:06 Kommentare

Das waren noch Zeiten, als unabhängige internationale Radioprogramme in Kriegszeiten dafür sorgten, dass interessierte Bürger objektivere Informationen erhalten konnten, als es die einheimischen Staatsprogramme im Sinn hatten.

BBC international oder Radio Beromünster zum Ende des zweiten Weltkriegs zum Beispiel, als die Berichte und Einschätzungen eines Jean Rudolf von Salis international gehört und beachtet wurden. Natürlich war dabei eine BBC nie auf der Linie von Hitler, natürlich waren die Meldungen darauf ausgerichtet, der Propaganda des Despoten andere Informationen entgegen zu setzen. Die eigentliche Waffe in der Hand der Macher aber war und blieb doch eine gewisse Sachlichkeit, denn die Desavouierung der Machthaber gelang ja schon durch die Relativierung, die in der Objektivität lag – und sich an dieser orientieren zu können, war für manchen freien Geist in diesen Zeiten überlebenswichtig.

Scheinbar traut sich die Deutsche Welle heute in den Staaten des ehemaligen Ostblocks eine ähnliche Bedeutung zu, und es ist bestimmt nicht Putins Absicht, seine Landsleute mit nüchternen Fakten zu versorgen. Wahrscheinlich beherrschte tatsächlich kaum je zuvor eine Staatsmacht im ehemals kommunistischen Herrschaftsbereich die Kunst der Beeinflussung besser als es die Putin-Nomenklatur vermag. Sie geht eindeutig mit der Zeit und nutzt die vorhandenen Mittel leidlich aus. Unter diesem Eindruck steht ganz offensichtlich auch der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, der mehr Geld für seinen Sender fordert, um “der Propaganda des russischen Präsidenten Wladimir Putin künftig stärker Paroli zu bieten”.

Da beschleicht mich einfach ein ungutes Grundgefühl – denn wie weit soll denn dieses Contra gehen? Soll daraus ein Propagandafeldzug werden, in dem Übertreibungen gegen Behauptungen stehen und am Ende keiner mehr weiss, was er glauben kann? Wenn ein Format wie die Deutsche Welle sich nicht der objektiven ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet fühlt, bleibt am Ende nichts übrig, was überprüfbare Grundlage einer Orientierung für die Bevölkerung darstellen könnte – und das würde dann wohl auch zum Bumerang für alle Beteiligten. Mir kommt es so vor, wie wenn aktuell alle Beteiligten sich gerade mal daran delektieren wollten, wie denn dem russischen Bären beizukommen sei – dabei hat der noch gar nicht richtig zu fauchen begonnen…

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Quelle: Handelsplatt.com mit: Deutsche Welle soll Anti-Putin-Sender werden

Wir sind desinformiert - wie sehr, können wir gar nicht wissen

∞  23 September 2014, 13:13 Kommentare

Als zu Beginn dieses Jahrtausends (klingt einfach gut…) Blogs allmählich zum Thema wurden und die Möglichkeit, dass auf diesem Weg jeder Bürger erstens seine Meinung kund tun und zweitens bestehenden Meinungen und Informationen widersprechen konnte, löste das Faszination und Euphorie aus. Es stellte sich das Gefühl ein, dass im Netz ein Stück Demokratie entstehen und das Recht auf Information neues Gewicht bekommen würde.

#185310015 / gettyimages.com

Doch sehr schnell verbrauchten wir unsere Energien in Grabenkämpfen. Der etablierte Journalismus wusste nicht mit uns Bloggern umzugehen. Er kritisierte nicht zuletzt das beanspruchte Recht auf Anonymität, während Blogger mit Recht darauf hinwiesen, dass in Meinungsdebatten Inhalte und damit Argumente zu zählen hätten, und nicht Namen. Anonymität konnte Schutz bedeuten und damit Vielfalt in der Debatte – sie wurde aber auch sehr oft missbraucht. In diesem ganzen HickHack wurde mir die tiefere Problematik in diesem Widerstreit zwischen etablierten Medienvertretern und der freien Bloggerszene gar nicht bewusst: Die Legitimation einer Information lässt sich kaum bestimmen.

Lese ich in einem Blog von Fakten, die ich nicht oder nur mühsam verifizieren kann, stehe ich vor dem Problem, dass ich die Hintermänner nicht kenne, die Beweggründe vielleicht abschätzen kann, aber nicht wirklich erahnen kann, wie viel Manipulation in der Information steckt. Und die Manipulation beginnt ja, ehrlich gesagt, nicht bei der Färbung einer Information, sondern beim Filtern: Was unterschlage ich, was gewichte ich wie, welchen Tönen gebe ich wie viel Raum? Blogs wurde oft vorgeworfen, sie würden eine Art Amateurbetroffenheitsjournalismus glorifizieren. Das stimm ja auch. Es gibt unzählige Blogs, die aus einer bestimmten Erfahrung heraus eröffnet werden und die sich dann einem einzigen Thema widmen. Womöglich sind sie dadurch gehaltvoller als manche Allerleibloggerei, wie sie auf diesen Seiten zu finden sind – weil der Leser genau weiss, was er thematisch kriegt, jetzt und in Zukunft. Nur: Wie werten? Wie die Ethik dahinter erkennen, die persönliche Selbstkontrolle des Schreibers, der vor dem ersten Satz mit sich selbst ausmacht, welche Art Ausgewogenheit oder Unausgewogenheit er verfolgen will?
Ist das Blog bewusst parteiisch und unausgewogen, ist es übrigens deswegen nicht “schlecht” – wichtig ist dann nur, dass es auch erkennbar ist und man als Leser weiss, ich bekomme die eine Seite vorgesetzt. Meinungsblogs sind hierbei, wie gesagt, genau dazu da. Schwierig wird es, wenn wir Fakten transportieren. Wie soll der Leser sie verfifizieren. Heute können selbst Dokumente getürkt werden bis zum Gehtnichtmehr. Und wer, bitteschön, hört im weltweiten Web wirklich auf den Pups von Hänschen Müller? Es gibt kaum ein Schweizer Blog, das vom persönlichen privaten Engagement eines Einzelnen lebt, das wirklich eine Stimme im Netz hätte.

Die etablierten Medien haben sich längst des Formats bedient und Blogs zu einem Teil ihres Gesamtauftritts gemacht. Und mancher Blogger, der selbst angefangen hat, schreibt heute für diese Medien. Wogegen an ich überhaupt nichts zu sagen ist. Das Problem liegt tiefer – und legt sich gleichzeitig über die Oberfläche:


#143796697 / gettyimages.com

Woher beziehen wir alle unsere Fakten? Auf was gründen wir unsere Meinungen? Wer entscheidet, was in welcher Zeitung steht? Die verlässlich objektiv ausgelegte und dargestellte Faktenlage gibt es nicht. Es hat sie, ehrlich gesagt, nie gegeben – und besser ist das bestimmt nicht geworden. Wir haben ein weltweites Informationsnetz und eine riesige Fülle an Informationen, bei denen niemand mehr zu sagen weiss, wie viel Desinformation in der Information steckt. Das ist mit dem Internet nicht besser, sondern viel schwieriger und unübersichtlicher geworden, und entsprechend gross ist die Verlockung, über das Internet und alle weiteren Medien zu manipulieren.

Die USA haben Bild“beweise” für das Waffenarsenal von Hussein geliefert – und dabei wurde nicht nur der Wahrheitsgehalt manipuliert, sondern bestimmt auch darauf Einfluss genommen, wie diese Informationen im Netz transportiert wurden. Und indem wir “teilen” per Twitter, Blogs und Facebook, sind wir wohl sehr oft Handlanger einer bestimmten Partei – und nicht immer machen wir das bewusst. Eine Viertelstunde später buchen wir ein Hotel im Netz und prüfen die Bewertungen – und müssten doch annehmen, dass auch sie manipuliert werden. Denken wir das zu Ende, müssen wir sagen: Nicht mal meine Meinung ist frei. Denn wie ist sie entstanden?

Ich hatte mal Staatskunde. Darin habe ich gelernt, dass es drei Staatsgewalten gibt, Legislative, Exekutive und Judikative. Und eine vierte Macht im Staat: Den Journalismus. In der direkten Demokratie höchst zentral. In jeder Staatsform, in welcher Bürgern irgend eine Frage stellen und eine Beurteilung vornehmen können sollen. Heute bin ich mir nicht sicher, ob Journalisten überhaupt noch zwingend mit dieser Ethik je in Berührung kommen? Auch hier trägt das Internet seine Schuld dazu bei: Die Leichtigkeit, mit der Information per Netz hergestellt und transportiert werden kann, hat zu so viel Kostendruck geführt, dass Redaktionen weltweit aus Wirtschaftlichkeit die Bestände ausdünnen müssen. Das führt schon faktisch dazu, dass weniger Fakten beschafft oder verifiziert werden können – und es bedeutet auch, dass sich die Stossrichtung eines Mediums immer mehr dem Investoreninteresse unterzuordnen hat. Und die Öffentlichrechtlichen? Sei modifizieren die Erhebung der Gebühren und ziehen sie von uns allen ein – die Berechtigung dazu liegt in deren “service public”, der zu ihrem Grundauftrag gehört. Sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland sind diese Sender zu einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet und wären also so was wie die vierte Macht im Staat, getreu der ursprünglichen Absicht und in Korrektur zu den Mechanismen des freien Marktes, unter denen früher oder später jeder aktiv der Demokratie zugeneigte Bürger begraben wird. Doch wie sind denn diese öffentlich rechtlichen Sender in Deutschland aufgestellt, wie werden sie geführt und kontrolliert? Die Diskussionen über ARD und ZDF und zu den dritten Programmen kommen immer mal wieder auf, und der Schock sitzt dann tief, wenn deutlich wird, wie viele Teile der öffentlichen Information vorab gefiltert werden, bevor sie uns in den meist gesehenen Sendungen des deutschen Fernsehens als Nachrichten präsentiert werden.
Der eigentliche Auftrag verkommt in harmlosen Fällen zu einer Art Sendungsbewusstsein, bei der sich Journalisten dazu versteigen, eine Art Lehrer der Nation sein zu wollen – sehr oft aber geht es viel tiefer. Kein Wunder, wenn Teile der Exekutive in Aufsichtsgremien solcher Sender sitzen können, wenn überhaupt Parteienkraft Teil des Medienangebots ist.

Wie also sollen wir uns überhaupt informieren können?

Ich weiss darauf keine Antwort.

Interessant aber sind solche Schritte schon, mit denen einzelne Bürger einen Stachel ausfahren, an dem sich der öffentliche Apparat dann erstaunlicherweise nicht pieksen will:

Die GEZ heisst heute Rundfunkbeitrag, gemeint ist hier die Gebühr, die jeder Wohnungsmieter in Deutschland für das öffentliche Rundfunkangebot zu zahlen hat. Es wird automatisch erhoben, und theoretisch sieht das Gesetz Ordnungsstrafen bis zu einer Mio Euro vor (!), wenn diese Beiträge nicht bezahlt werden. Interessant aber ist, was geschieht, wenn Bürger die Bezahlung des Rundfunkbeitrags verweigern, weil sie damit argumentieren, dass dieser Rundfunk seinem Grundauftrag einer ausgewogenen Berichterstattung nicht nachkommt: Es geschieht nämlich – nichts. Es sieht so aus, dass die Rundfunkanstalten in keinem Fall riskieren wollen, dass in einer gerichtlichen Auseinandersetzung öffentlich festgestellt wird, wie sie es denn z.B. mit Paragraph 11 des Rundfunkstaatsvertrags tatsächlich halten.

Portale wie die Propagandaschau propagieren genau das: Die Beitragsverweigerung – mit der Hoffnung auf eine Debatte, die den öffentlichen Rundfunk nicht zerstören soll, sondern ihm die Bedeutung und Aufgabe wirklich zusprechen soll, für die er nach den schönen Buchstaben des Gesetzes und der Grundlagen der Demokratie eigentlich vorgesehen wäre.

Diese scheinbare Notwendigkeit namens Internet

∞  21 Juni 2014, 16:33 Kommentare


istockphoto: Illustration von hollymolly: City Tablet Concept

Manchmal könnte ich mich selbst im See versenken… Dieses verd… Internet ist ein Lehrmeister für mich, oder besser ein Schulmeister, um Demut zu lernen… und mich immer wieder mal vergewissern zu lassen, was denn eigentlich das Leben ist?

Und dann scheitere ich wieder grossartig daran. Wir haben im Ferienhaus seit einigen Tagen tipptopp funktionierendes Internet – und immerhin vergass ich nicht, mich immer wieder innerlich daran zu freuen, weil es die Anbindungen an daheim eben schon sehr viel leichter macht – und auch die Arbeit erleichtert und es möglich macht, in Verbindung zu bleiben mit jenen Prozessen, die am Computer eben mit erledigt werden können.

Nur so hat auch meine geschäftliche Arbeit ihren Sinn und kann ich trotz der unruhigen Zeiten in diesem Jahr meinen kleinen Beitrag dennoch leisten fürs Team. Es gibt also auch sachliche Gründe für den Wunsch nach der Anbindung an die virtuelle Welt. Es gibt aber auch viel Gewohnheit dabei, die einfach privat gewachsen und gewuchert ist, und die mich dann sofort verzweifeln lässt, wenn dieses besagte Ding wie heute plötzlich seinen Dienst auf meiner Kiste nicht mehr verrichten will. Das Problem ist – wie meist – schon wieder gelöst – oder hat sich gelöst, wie auch immer – und vielleicht ist auch dies das Problem: Viel zu oft pröble ich dann mal ein wenig rum, wie die meisten von uns, und wenn’s dann plötzlich wieder funzt, weiss ich nicht so genau warum, fast so wenig, wie mir je klar wird, warum das Ding zuvor plötzlich nicht mehr wollte…

Es bleibt also bei der ständigen Nabelschau, dass der moderne Mensch in mir ein virtueller ist, der sich in solchen Momenten zumindest daran erinnern sollte, dass er am Ende da stehen wird ohne all dieses Clickdings. Denn gelebt und vor allem gestorben wird am Ende ohne diese scheinbare Notwendigkeit der Verbindung – mit bindenden und gelösten Knoten auf ganz anderen Ebenen…

Lautlos kommentarlos

∞  2 Juni 2014, 21:04

Dank Claudia bin ich nun ein bisschen schlauer… Ich weiss, dass mein Tempo und die Intensität, mit der ich auf eingehende Kommentare antworte, nicht gerade toll ist, aber ich weiss auch, dass es Leser gibt, die gerne einfach von sich aus noch einen Aspekt zu einem Gedanken hinzu fügen.

istockphoto.com – Grafik von tchoman

In den letzten Monaten sind dei Kommentare deutlich sparsamer geworden, und auch zuvor gab es immer mal wieder eine vereinzelte Rückmeldung bei mir, dass das Kommentieren auf diesem Blog schwierig wäre, weil immer wieder welche nicht aufgeschaltet würden.

Nun hat sich das offensichtlich gehäuft, und dank LeserInnen wie Claudia erfahre ich überhaupt davon. Danke! Es sind nun ein paar Filter abgeschaltet worden, die ich wohl auch nicht brauche, weil mit der zwingend zu wählenden Vorschau – hoffentlich – genügend Spam-Schutz vorhanden ist. So oder so plane ich Änderungen hier. Das wird aber noch viele Monate dauern – denn es gibt noch ein paar andere Baustellen, um die ich mich kümmern muss und will.

Euch und mir wünsche ich, dass das Kommentieren nun funktioniert, und ich habe auf diesem Weg gelernt, dass es mir schon sehr fehlt, nicht manchmal angestupst zu werden durch einen Zusatzgedanken – oder eine Kritik, eine Frage, die mir zeigt, dass man das, was ich zum Ausdruck bringen will, auch anders verstehen kann.

Auf das weitere Lesen und Schreiben!

Herzlich: Euer Thinky.


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Tagestippel laut Tipps

∞  30 März 2014, 22:40 Kommentare [1]

Tagesausflug durch den Norden von Fuerteventura, selbst zusammen gestellt, nicht zuletzt mit Tipps aus dem Internet, auch aus Blogs.

Der Beginn gerät etwas flau, was nicht nur am Wetter liegt: Die Wolken hängen teilweise bedrohlich tief, nachdem am frühen Morgen noch die Sonne schien. Nein, es hängt auch damit zusammen, dass das, was uns beschrieben wurde, nicht anzutreffen ist. Entweder wir fahren falsch oder haben Tomaten auf den Augen oder zu hohe Ansprüche. Am ersten Ort suchen wir die “verwinkelten Gassen” auf jeden Fall vergeblich, und wir fühlen uns an die Beschreibung eines Künstlerdorfs auf Lanzarote erinnert, dem wir auch selbst überhaupt nichts Malerisches abgewinnen konnten.

Je länger der Tag aber dauert, um so ereignisreicher und pittoresker werden die Eindrücke, die wir sammeln, und der Tipp zum Schluss ist dann erst recht ein Volltreffer. Wir finden dank der privaten Beschreibung einer Ortskundigen, die meine Frau im Internet ausfindig gemacht hat, eine Bäckerei, die nicht nur einen tollen Cappuccino auf den Tisch zaubert, sondern auch hausgemachten Kuchen, der so riesig wie gut ist. So findet auch dieser Tag ein wunderbares Ende, und alles ist gut.

Allgemein: Ich misstraue Interessengemeinschaften, die sich zum Beispiel zum Ziel setzen, eine Insel komplett abzugrasen und einfach zu jedem Ort auch Informationen ins Netz zu stellen – da wird dann manche Mücke schon mal zum Elefanten gemacht und aus einem Nest eine Oase geplaudert. Hervorragende Erfahrungen machen wir hingegen bisher mit tripadvisor, weshalb auch mal eine Werbung per Erwähnung erlaubt sein soll.

In jedem Fall gilt natürlich: Selbst vor Ort ausprobieren, sich nicht alles breit und madig quatschen lassen, immer auch der eigenen Nase vertrauen und durchaus die eigene Entdeckungsreise wagen. Je mehr Zeit man dafür hat, um so eher gelingt das auch – aber auch das ist nur eine Faustregel. Und wenn´s einem wo stinkt, man es öde findet, dann darf man das auch festhalten – und weiter ziehen. Die Art und Weise, wie man dann so was im Internet kundtut, wenn überhaupt, ist wieder eine Frage des guten Stils. Grundsätzlich finde ich aber schon, dass man, wenn man von Tipps im Internet profitiert, dann auf den entsprechenden Portalen die eigenen Erfahrungen in den Kommentaren auch mitteilen sollte. Nur so können sich die guten Angebote von den oberflächlichen oder kommerziell motivierten rosa Brillenträgern abheben.

Eigentlich... verstehe ich es - und mich - nicht

∞  22 März 2014, 22:44 Kommentare [2]

Eigentlich ist meine mobile Hotspot-Lösung für Internet unterwegs durchaus ausgeklügelt und bewährt, aber sie macht immer wieder irgendwelche Zicken.
Eigentlich müsste die Verbindung doch funktionieren, denn ich habe Schritt für Schritt die Anleitung zur Installation der Prepaid-SimCard zum Surfen auf den Kanaren installiert – aber ich bekomme eine so lahmarschige Verbindung, dass sie schlicht nicht mal die Google-Seite vernünftig schnell aufbaut. Nur 2G – das kannste vergessen.
Eigentlich. Denn ich weiss nicht, ich verstehe von den Dingen ja nichts, aber ich gehe dann mal mit dem eingeschalteten Hotspot-Gerätchen spazieren, nach vorn an die Hauptstrasse und in die Nähe der Reception, erkundige mich bei der Gelegenheit nach Alternativen. Die Jungs sind auf Zack und bieten tageweise iPads zur Miete an, oder eine Hotspot-Lösung zur Miete für ganz Spanien (!), aber im Moment sind alle Geräte vermietet. Dann schaue ich auf mein Hotspot, das im Hosensack sich ein wenig warm anfühlt, wie eine Mini-Wärmeflasche – und die zeigt mir plötzlich 3G an – was für flottes Internet durchaus ausreichen kann. Ich also wieder hoch ins Zimmer.

Und was soll ich sagen:
Irgendwie transportiere ich die Signalstärke ins Zimmer, wir loggen uns ein, und seither haben wir flotten Zugang ins Netz.
Eigentlich ist das doch irgendwie mirakulös, oder? Und eigentlich ist es unerklärlich, dass so was internettiges mal tut, dann wieder nicht.

Eigentlich sollte ich mal Ferien machen – weg von alldem. Ausgerüstet allenfalls mit Notizblock und Kamera. Und wenn´s dann zuhause nach zwei Wochen Alltag immer noch juckt, DANN könnte man über Ferien schreiben, erzählen, Bilder zeigen und so…
Aber ich kann es ja nicht lassen… auch wenn die Bearbeitung auf dem Ferienlap nicht gelingen will… überschärft sind sie alle, die Dinger, oder was weiss ich schon…

Eben, wie gesagt: Eigentlich…

Muss ein Text immer die Musik vermissen?

∞  4 März 2014, 22:24 Kommentare

Ein Text besteht aus Wörtern. Doch hat er auch einen Klang? Vermittelt er eine Stimmung?

Ein Text wird gelesen und verstanden oder interpretiert. Wenn wir ihn lesen, hören wir unsere Stimme dazu, wir bleiben wo hängen oder lesen darüber hinweg. Nie ist gegeben, dass der Leser den Text so liest, wie ihn der Schreibende gedacht hat. Reimen wir den Text, so verdächtigen wir ihn heute, oberflächlich zu sein. Der Reim gehört zu einer Melodie. Wird der Text gesungen, soll er sich reimen, kann Timbre und Wärme die seichteste Aussage zu einer Seelenmassage veredlen.

Manchmal bin ich neidisch. Wer zu komponieren weiss, kann anders reden, hat mehr Mittel in der Hand, um eine gewünschte Aussage hin zu bekommen. Wer einen Text singt, kann mehr mit ihm eins werden, als wenn er ihn nur spricht.

Aber jene Momente in Lesungen wie in stillen Bücherstunden, in denen alle Aufmerksamkeit am Text hängen bleibt, nichts sich fort- oder weiter denkt, bevor man als Leser oder Zuhörer nachgefolgt ist, diese Augenblicke, die zu Abenden werden, wenn man ein Buch nicht mehr aus der Hand legt und jeder Satz den Film weiter erzählt, den man eben seiner Seele erzählt – es gibt sie. Und es gibt für uns alle solche Bücher, die einfach wahr sind, Texte, die wie Melodien sind, ja mehr: Sie können langsam zu uns dringen, oder rasend schnell, wir lesen sie wieder, brauchen keine Übersetzung, haben keinen Interpreten, schauen selbst in uns hinein und wissen: Niemand kann den Text für uns selbst besser verstehen, ja überhaupt begreifen, als wir selbst. Wir lesen noch immer unseren eigenen Text, aber wir sind überzeugt, dass jedes Wort an der richtigen Stelle steht und wir nicken still in uns hinein. In diesem Moment würde jede Musik stören.

Der Schreibende hat eben für uns ein Gefühl übersetzt, eine Lebenssituation aufgeschlüsselt, Worte für scheinbar Unbeschreibbares gefunden und damit geholfen, ein Stück Empfindung, eine Erkenntnis so in meinen geistigen Raum zu stellen, dass ich darin ein Stück meiner Wahrheit erkenne. Der Text hat mich verstanden.

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